Über uns

Im Zentrum des WCH steht die pflanzenbasierte Bioökonomie. Das bedeutet die pflanzliche Agrarwissenschaft, Biologie, Biochemie und Biotechnologie sowie ihre sozioökonomischen Rahmenbedingungen. Mit dieser bis jetzt einmaligen Verknüpfung der Pflanzenwissenschaften und der Ökonomie greift der Wissenschafts Campus Halle die drängenden gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit auf und versucht Lösungen zu finden. Die Hauptziele des WCH sind die Intensivierung der interdisziplinären Zusammenarbeit der Hallenser Leibniz-Institute mit den thematisch korrespondierenden Fachbereichen und An-Instituten der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg auf dem Gebiet der pflanzenbasierten Bioökonomie, die Förderung der Hochschulbildung in der Region Halle und die Unterstützung des Wissens- und Technologietransfers in die Wirtschaft, die Politik und die Öffentlichkeit.

 

Pflanzenbasierte Bioökonomie

Pflanzen sind die Grundlage allen Lebens und die zentrale Säule der Bioökonomie, das wird auch daran deutlich, dass Begriffe wie „Green Growth" oder „Green Economy" als Synonyme für Bioökonomie verwendet werden. Der Mensch ist von der Ressource Pflanze abhängig und seine Evolution ist mit der Fähigkeit verknüpft diese zu nutzen. Zum einen durch den systematischen Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln, zum anderen waren und sind Pflanzen als Energie- und Stofflieferant von großer Bedeutung. Pflanzen bilden den Ausgangspunkt fossiler Brennstoffe, sind Grundlage für nachwachsende Rohstoffe und nicht zuletzt stellen Pflanzeninhaltsstoffe eine wichtige Quelle für chemische Rohstoffe in der Lebensmittel- Chemie-, Pharma- und Kosmetikindustrie dar. Durch die multiplen Anwendungsgebiete, erhöht sich die Konkurrenz um die begrenzten Anbau- bzw. Weideflächen, sowie um Wasser und Nährstoffe. Hinzu kommt, dass die agrarische und industrielle Produktion von pflanzlichen Rohstoffen viel Energie verbraucht, klimaschädigende Gase abgibt, oder auch zur Eutrophierung von Gewässern und der Nitratbelastung des Grundwasser beiträgt. Angesichts dieser Herausforderungen hat die Arbeitsgruppe Pflanzen, des BioÖkonomieRates in seinem Bericht von 2010 folgende Ziele formuliert:

  • mit Hilfe der Forschung eine Pflanzenproduktion zu etablieren, die bis zum Jahr 2050 in der Lage ist, die Ernährung der Weltbevölkerung sicherzustellen
  • dabei die natürlichen Ressourcen effizient zu nutzen und zugleich auch deren zukünftiges Bestehen für die nachfolgenden Generationen zu sichern
  • zur Etablierung von nachhaltigen biobasierten Technologien in der Industrie und Energiewirtschaft und damit zur Reduzierung des Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen beizutragen

Um diese Ziele zu erreichen, erfordern pflanzliche Produktionssysteme von morgen optimierte Pflanzenvarietäten mit besserer Anpassung an Anbau- und Umweltbedingungen und höheren Erträgen bei gleichzeitiger Verminderung des Ressourcenbedarfs. Ernteverluste müssen minimiert werden und die umfassende Nutzung aller Pflanzenteile muss weiter verbessert werden.

Der Wissenschafts Campus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie vereint mit seinen Mitgliedern die weltweit führende Expertise auf dem Gebiet der Pflanzen-, Agrar-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, um diesen gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen.