Herzlich Willkommen

Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung nach UNO-Schätzungen von heute knapp über 7 Milliarden auf deutlich über 9 Milliarden Menschen ansteigen. Und ein Ende des Bevölkerungswachstums scheint danach auch nicht in Sicht zu sein. Gleichzeitig werden die Erträge der weltweit zur Verfügung stehenden landwirtschaftliche Nutzflächen aufgrund des Klimawandels zurückgehen und fossile Energieträger werden in absehbarer Zeit erschöpft sein. Die Menschheit steht u.a. aus diesen Gründen vor einem Paradigmenwechsel im Umgang mit der Natur. Vorhandene biologische Ressourcen müssen durch innovative Verfahren nachhaltiger als bisher genutzt werden. Hier kann die Bioökonomie maßgeblich dazu beitragen, diesen Herausforderungen zu entsprechen. Die Grundlagen der Bioökonomie sind die biotechnologische Forschung und die daraus resultierenden Innovationen im Bereich der Agrarwirtschaft sowie aller produzierenden Sektoren und dazugehörigen Dienstleistungen, die biologische Ressourcen (Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen) entwickeln, produzieren, verarbeiten oder in irgendeiner Form nutzen (siehe Definition Bioökonomie).

Pflanzen stellen eine zentrale Säule der Bioökonomie dar, da sie die Grundlage allen Lebens sind und durch die Photosynthese die stoffliche Basis liefern, auf der unsere Gesellschaft aufgebaut ist. Schon heute sind wir nicht nur bei unserer Ernährung von Pflanzen abhängig, sondern auch in wesentlichen Bereichen, wie z.B. der Pharma- und Kosmetikindustrie.

Die pflanzenbasierte Bioökonomie ist eine der Schlüsselindustrien des 21. Jahrhunderts, um die zukünftige Bereitstellung von Nahrungs- und Futtermitteln sowie nachwachsenden Rohstoffen nachhaltig zu sichern und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu überwinden. Der WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) vereint weltweit führende Experten auf dem Gebiet der Pflanzen-, Agrar-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, um diesen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen.

 

 

Neuigkeiten

Im Gleichgewicht fürs Leben: Proteinexperten treffen sich in Halle

Vom 11. bis 13. September 2017 diskutieren Wissenschaftler aus aller Welt am Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) in Halle (Saale) über das Schicksal von Proteinen. Die Tagung N-term 2017 – Proteostasis via the N-terminus lockt etwa 100 Spezialisten aus Tier- und Pflanzenwissenschaften, Medizin und Biotechnologie in die Saalestadt. Trotz dieser unterschiedlichen Fachgebiete vereint die Experten ein umfassendes Themengebiet: die Proteinhomöostase oder Proteostase.

Darunter versteht man die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts zwischen Proteinen, die als Enzyme alle physiologischen Prozesse wie Atmung, Verdauung, Entwicklung und Immunabwehr aller Lebewesen steuern. Um das korrekte Zusammenspiel aller Proteine zu gewährleisten, müssen die Enzyme stets zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und mit der richtigen Aktivität wirken. Proteine unterliegen daher einem ständigen Auf- und Abbau. Sie werden nach Bedarf produziert und nach Erfüllung ihrer Funktion inaktiviert und abgebaut. Auch fehlgefaltete, beschädigte, nichtfunktionierende Proteine werden von der Zelle erkannt und entsorgt. Die Information über seine natürliche Halbwertszeit liefert jedes Protein gleich mit. Sie befindet sich am Amino-Ende, dem sogenannten N Ende des Proteins. Die N-terminalen Aminosäuren bestimmen Schicksal und Lebensdauer des gesamten Proteins. Eine Fehlfunktion in diesem feinregulierten Gleichgewicht ist die Ursache für viele schwerwiegende Krankheiten von Pflanze, Tier und Mensch. Unter dem Dach der Proteostase wird man auf der N-Term 2017 über neurodegenerative Krankheiten und neue Therapien gegen Leberzellkarzinom ebenso diskutieren, wie über pflanzliche Stressreaktionen bei Sauerstoffmangel oder Krankheitsbefall. Aus dieser Mischung aufeinandertreffender Expertisen werden in jedem Fall neue Sichtweisen und Lösungsansätze erwachsen. Das Zusammentreffen der Experten wird maßgeblich von der Nachwuchsforschergruppe des WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) organisiert.

Weiterführende Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter: nterm2017.org .

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WCH-Forschung

WCH-Projektausschreibung

Am WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie werden zum 30. November 2017 bis zu 6 Verbundprojekte zum Themenkomplex Pflanzenbasierte Bioökonomie ausgeschrieben.

Der WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) wird getragen von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und den vier lokalen Leibniz-Instituten sowie von sieben weiteren außeruniversitären Forschungs- und Lehreinrichtungen der Region Halle. Unter pflanzenbasierter Bioökonomie versteht man die Erzeugung und Verwertung pflanzlicher Produkte für die Ernährung und für eine nachhaltige Industrieproduktion inklusive einer Betrachtung der sozioökonomischen Konsequenzen. Die Ziele des WCH sind die Intensivierung der interdisziplinären Zusammenarbeit der regionalen Partner auf den Gebieten der Forschung zur pflanzenbasierten Bioökonomie, der Förderung der Hochschulausbildung in der Region Halle und der Unterstützung des Wissens- und Technologietransfers in Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit.

In den anwendungsorientierten Verbundprojekten sollen Partner von jeweils mindestens zwei Mitgliedern des WCH aus Sachsen-Anhalt kooperieren und Wirtschaftspartner eingebunden werden. Mindestens ein/e ProjektleiterIn muss für die Projektdauer bei einem Mitglied des WissenschaftsCampus mit eigener Projektverantwortung angestellt sein. Im Rahmen der Verbundprojekte sollen am WissenschaftsCampus Halle innovative Forschungsprojekte zu aktuellen Forschungsthemen der pflanzenbasierten Bioökonomie durchgeführt und ein Beitrag zur disziplinübergreifenden Vernetzung der WCH-Einrichtungen geleistet werden. Verbundprojekte können zu den drei Forschungssäulen Pflanzliche Produktion, Verarbeitung/Konversion und Sozioökonomie eingereicht werden. Disziplinübergreifende Vernetzungen zwischen den Forschungssäulen werden besonders berücksichtigt.

Wichtige Kriterien für die Begutachtung sind:

  • Interdisziplinäre Forschung,
  • Innovativer Forschungsplan mit Anwendungspotential,
  • Relevanz für die wirtschaftliche Verwertung,
  • Einbindung von Wirtschaftspartnern (Darstellung der Beteiligung des Wirtschaftspartners, bei 100% Eigenfinanzierung der Wirtschaftspartners),
  • Wissenschaftliche Exzellenz der Antragsteller,
  • Perspektiven für eine weitere externe Förderung.

Die Verbundprojekte werden maximal drei Jahre vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2021 gefördert. Eine (kostenneutrale) Verlängerung ist nach derzeitigem Stand nicht möglich. Insgesamt stehen Fördermittel aus Landes- und EFRE-Mitteln in Höhe von ca. 1,3 Millionen Euro zur Verfügung, die auf bis zu 6 Forschungsprojekte verteilt werden sollen. Das Direktorium behält sich vor, die beantragten Projektmittel den verfügbaren Mitteln und der Begutachtung entsprechend anzupassen.

Die Verbundanträge werden an externe GutachterInnen versandt. Sie sollen in Anlehnung an einen DFG-Forschungsantrag formuliert werden. Bitte nutzen Sie für Ihren englischsprachigen Projektantrag ausschließlich die beigefügte Maske. Eine deutsche Zusammenfassung von maximal 3.000 Zeichen (inklusiv Leerzeichen) soll zusätzlich eingereicht werden; sie wird der Bewilligungsbehörde Investitionsbank Sachsen-Anhalt weitergeleitet.

Den Projektantrag richten Sie bitte in Form einer pdf-Datei bis zum 30. November 2017 per E-Mail an die Koordinatorin des WissenschaftsCampus Halle, Frau Dr. Anne-Laure Tissier (anne-laure.tissier@sciencecampus-halle.de), die Ihnen auch als Ansprechpartnerin für Rückfragen zur Verfügung steht.

 

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Die Plastikpiraten in Aktion (Foto: Nadja Sonntag)

Die „Plastikpiraten“ sind los: 10. Klasse des Christian-Wolff-Gymnasiums aus Halle-Neustadt nimmt Plastikproben an der Saale

Am 6. Juni wurden 19 Jugendliche des Christian-Wolff-Gymnasiums aus Halle-Neustadt zu „Plastikpiraten“. Im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2016/17 – Meere und Ozeane – erforschten sie die Plastikbelastung an und in der Saale auf der Ziegelwiese. Die Ergebnisse werden bei der zweitägigen Zukunftsstadtkonferenz am 15. und 16. Juni 2017 im KulturTREFF Halle-Neustadt vorgestellt und auf einer digitalen Deutschlandkarte unter www.wissenschaftsjahr.de/jugendaktion dokumentiert. Die erhobenen Daten werden im Anschluss an den deutschlandweiten Aktionszeitraum, der noch bis zum 30. Juni andauert, von der Kieler Forschungswerkstatt wissenschaftlich ausgewertet.

In fünf Forschungsteams aufgeteilt, haben die Schülerinnen und Schüler zwei Stunden lang entlang eines 500 m langen Uferabschnitts der Saale auf der Ziegelwiese Proben genommen. Die erste Gruppe fertigte eine detaillierte Flussbeschreibung an und berechnete die Fließgeschwindigkeit der Saale an dieser Stelle. Zwei weitere Gruppen untersuchten und sammelten Müll am Ufer. Eine vierte Gruppe beschäftigte sich mit größeren, treibenden Müllobjekten und Mikroplastik in der Saale. Um Mikroplastik aus der Saale zu entnehmen, tauchte die Schülergruppe ein spezielles Netz für eine Stunde in den Fluss. Hier sammelten sich in der relativ kurzen Zeit einige Plastikpartikel an. Die fünfte Gruppe bestand aus einen dreiköpfigen Reporterteam, das jeweils die Probenahmen der anderen Gruppen dokumentierte und bei der Sicherstellung von Beweismitteln in Form von Fotos behilflich war.

Vor der Probenahme informierte Frederik Bub, Fachgruppe Didaktik der Physik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die Schülerinnen und Schüler über die Auswirkungen des Plastikmülls in unseren Flüssen und auf die Meere und Ozeane. Im Anschluss erläuterte Gerd Unkelbach, Leiter des Fraunhofer-Zentrums für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP) in Leuna, die Vorteile der Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, welche jedoch nicht allein die Lösung für eine hohe Plastikbelastung sein kann. „Biokunststoffe bieten ein enormes Potential klassische Kunststoffe aus Erdöl zu ersetzen. Dabei steht die erwartete Funktionalität immer im Vordergrund. So ist z.B. nicht jeder bio-basierte Kunststoff automatisch auch bio-abbaubar. Auch muss das Recycling als Bestandteil einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft für die neuen Materialien eingeführt werden.“, so Unkelbach.

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierte Citizen-Science-Aktion wurde veranstaltet vom WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH), Greenpeace Halle sowie der Fachgruppe Didaktik der Physik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Die Bürgerwissenschaft steht im Zusammenhang mit der Zukunftsstadt Halle-Neustadt 2050 und dem Aktionsfeld 2 „frei.raum.mit.gestalten“, die science2public e.V. koordiniert. Lehramtsstudierende der MLU begleiten die Aktion und evaluieren unter anderem den Einfluss der Citizen-Science Aktion auf die Einstellung von Schülerinnen und Schülern gegenüber Wissenschaft.

Die „Plastikpiraten“ leisten einen wertvollen Beitrag für die Wissenschaft. Mehr als 12 Millionen Tonnen Kunststoff landen jährlich im Meer, ein beachtlicher Teil gelangt über Flüsse und Bäche dorthin. Doch das Vorkommen von Plastikmüll in und an Fließgewässern in Deutschland ist noch weitgehend unerforscht. Die Citizen-Science-Aktion für Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren trägt dazu bei, diese Wissenslücke zu schließen.

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Gefördert durch

Hugo Junckers Preis Signet

Links

Nationale Forschungsstrategie Bioökonomie

Spitzencluster BioEconomy

BioÖkonomieRat

European Commission: Website zum Thema Bioökonomie

The International Consortium on Applied Bioeconomy Research

Wissenschaft in Halle

Hochschulkooperationen der Leibniz Gemeinschaft

Film: Bioökonomie im Alltag

 

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