Herzlich Willkommen

Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung nach UNO-Schätzungen von heute knapp über 7 Milliarden auf deutlich über 9 Milliarden Menschen ansteigen. Und ein Ende des Bevölkerungswachstums scheint danach auch nicht in Sicht zu sein. Gleichzeitig werden die Erträge der weltweit zur Verfügung stehenden landwirtschaftliche Nutzflächen aufgrund des Klimawandels zurückgehen und fossile Energieträger werden in absehbarer Zeit erschöpft sein. Die Menschheit steht u.a. aus diesen Gründen vor einem Paradigmenwechsel im Umgang mit der Natur. Vorhandene biologische Ressourcen müssen durch innovative Verfahren nachhaltiger als bisher genutzt werden. Hier kann die Bioökonomie maßgeblich dazu beitragen, diesen Herausforderungen zu entsprechen. Die Grundlagen der Bioökonomie sind die biotechnologische Forschung und die daraus resultierenden Innovationen im Bereich der Agrarwirtschaft sowie aller produzierenden Sektoren und dazugehörigen Dienstleistungen, die biologische Ressourcen (Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen) entwickeln, produzieren, verarbeiten oder in irgendeiner Form nutzen (siehe Definition Bioökonomie).

Pflanzen stellen eine zentrale Säule der Bioökonomie dar, da sie die Grundlage allen Lebens sind und durch die Photosynthese die stoffliche Basis liefern, auf der unsere Gesellschaft aufgebaut ist. Schon heute sind wir nicht nur bei unserer Ernährung von Pflanzen abhängig, sondern auch in wesentlichen Bereichen, wie z.B. der Pharma- und Kosmetikindustrie.

Die pflanzenbasierte Bioökonomie ist eine der Schlüsselindustrien des 21. Jahrhunderts, um die zukünftige Bereitstellung von Nahrungs- und Futtermitteln sowie nachwachsenden Rohstoffen nachhaltig zu sichern und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu überwinden. Der WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) vereint weltweit führende Experten auf dem Gebiet der Pflanzen-, Agrar-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, um diesen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen.

 

 

Neuigkeiten

Zentrales Zukunftsthema von Sachsen-Anhalt: Biobasiertes Wirtschaften

Am 1. und 2. Juni 2016 trafen sich in Halle (Saale) internationale Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft zur fünften International Bioeconomy Conference. Sie diskutierten Voraussetzungen und Chancen für den biobasierten Rohstoffwandel als Grundlage einer klimaneutralen, biobasierten Wirtschaft. Neben Bioraffineriekonzepten und Wertschöpfungsketten ging es dabei auch um sozio-ökonomische Aspekte sowie Stresstoleranz und Produktivität von Pflanzen. Erstmals wurden die konkreten regionalen Ansätze in der Modellregion Sachsen-Anhalt und Mitteldeutschland in eigenen Subsessions vorgestellt. Veranstaltet wird die Konferenz vom WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) und dem Spitzencluster BioEconomy.

Die Veranstalter der zweitägigen Konferenz haben erneut eine Vielzahl von renommierten Vortragenden eingeladen, um die Entwicklung der biobasierten Wirtschaft in der Region Sachsen-Anhalt und Mitteldeutschland durch Nutzung der europäischen Synergien voranzutreiben. Partnerländer der diesjährigen Konferenz waren die BeNeLux-Staaten, deren bioökonomischen Entwicklungen an beiden Tagen ein besonderes Augenmerk galt. Über 240 internationale Teilnehmer aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft diskutierten Voraussetzungen und Chancen für den Rohstoffwandel vom Erdöl hin zu nachwachsenden, biobasierten Rohstoffen. Unter den Gästen war natürlich auch das niederländische Partner Cluster Biobased Delta. Bei der Konferenz im Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) zeigte sich, die Bioökonomie ist ein zentrales Zukunftsthema für Sachsen-Anhalt.


Die Vertreter der Konferenz waren sich einig, die gemeinsame Vorreiterposition dieses Wirtschafts- und Wissenschaftskomplexes im europäischen Kontext zu stärken und ausbauen zu wollen. Referent Prof. Dr. Hans van Meijl von der Universität Wageningen aus den Niederlanden erklärte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. “Zur Erreichung der positiven makroökonomischen Auswirkungen und Emissionsreduzierungen benötigen wir eine Vielzahl von Maßnahmen wie z.B. CO2-Steuern, sowie weitere Forschungsmaßnahmen.“ Die Kombination aus einem hohen technologischen Wandel und globalen Märkten mit niedrigen Biomassepreisen sind die Voraussetzung, diese Auswirkungen zu erreichen. Auch Prof. Dr. Erik Gawel vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung wies darauf hin, dass der Wettbewerb zwischen nachwachsenden Rohstoffen und fossilen Brennstoffen wegen der begrenzten Internalisierung der Umweltkosten verzerrt ist.


Aber die Wissenschaft ist auf einem guten Weg, die Prozessintensivierungen in Bioraffinerien sind im vollen Gange. Wie Prof. Dr. Ludo Niels vom Flämischen Institut für Technologische Forschung (VITO) aus Belgien anschaulich darstellte, geht der Trend zur Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz weiter, wobei der Hauptfokus auf Energieeffizienz und umweltfreundlichen Prozessen liegt, somit richtet sich der gemeinsame Fokus auf Prozessintensivierung.
Damit unterstreicht die 5. International Bioeconomy Conference erneut die Rolle Sachsen-Anhalts als Modellregion der Bioökonomie für Deutschland und Europa. Mit dem WissenschaftsCampus Halle, der die Konferenz 2012 ins Leben gerufen hat, und dem BioEconomy Cluster haben gleich zwei führende Organisationen ihren Sitz in Halle (Saale). Hans-Joachim Hennings, Abteilungsleiter Forschung, Innovation und Europa im sachsen-anhaltischen Wirtschaftsministerium, sieht sein Bundesland im Bereich der wissensbasierten Bioökonomie auf einem guten Weg. Das Land habe mit einer modernen Agrarwirtschaft, einer breiten Forschungsbasis mit Schwerpunkten wie den Pflanzenwissenschaften beste Voraussetzungen, sich den Zielen der Nationalen Forschungsstrategie „BioÖkonomie 2030“ zum Aufbau einer stärker biobasierten Wirtschaft zu stellen. Hennings: „Sachsen-Anhalt hat sich zu einem Zentrum der Biomassenutzung in Anbau und Verwertung entwickelt. Das Land Sachsen-Anhalt hat im Jahr 2014 zudem die „Chemie und Bioökonomie“ zu einem seiner fünf Leitmärkte erklärt. Die Bioökonomie bietet neue Märkte und Wachstumschancen, die wir nutzen wollen.“
Die Weltbevölkerung wird bis 2030 voraussichtlich auf acht Milliarden Menschen anwachsen – bei gleichbleibender Größe der zur Verfügung stehenden Flächen für den Nahrungsanbau. Der Klimawandel wird für die Zunahme von Wetterextremen sowie für Knappheit bei natürlichen Ressourcen, wie Wasser und Nahrung sorgen. Das Bewusstsein für solche Fakten wächst, doch nach Handlungsoptionen wird immer noch gesucht. Die Bioökonomie wird hierfür als eines der Schlüsselkonzepte des 21. Jahrhunderts gehandelt.
Die 6. International Bioeconomy Conference findet am 10./11. Mai 2017 in Halle (Saale) statt. Mehr Informationen gibt es unter www.bioeconomy-conference.de.

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IAMO ist Gründungsmitglied eines weiteren WissenschaftsCampus

Die Leibniz-Gemeinschaft fördert sieben weitere Leibniz-WissenschaftsCampi in Kiel, Berlin, Essen und Leipzig. Sie dienen der regionalen thematischen Vernetzung mit Hochschulen und werden vier Jahre finanziell unterstützt. Außerdem bewilligte die Leibniz-Gemeinschaft weitere Fördermittel für acht Leibniz-Forschungsverbünde.

Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat beschlossen, sieben weitere Leibniz-WissenschaftsCampi für eine Dauer von vier Jahren mit insgesamt 7,5 Millionen Euro einzurichten. Drei Campi sollen in Kiel eingerichtet werden, zwei in Berlin sowie jeweils einer in Essen und Leipzig. Thematisch reichen die Vorhaben von wirtschaftlichen Produktionsketten im
Zeitalter der Globalisierung über die Erforschung von Lungenerkrankungen oder chronischen Entzündungen bis zur Gesundheitsvorsorge in Regionen, die besonders vom demografischen Wandel betroffen sind. An dem WissenschaftsCampus in Leipzig mit dem Titel "Eastern Europe - Global Area" beteiligt sich das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) in Halle, das ebenfalls Gründungsmitglied des WissenschaftsCampus Halle ist.

Zudem fördert die Leibniz-Gemeinschaft ebenfalls für vier Jahre Vorhaben aus acht Leibniz-Forschungsverbünden mit insgesamt 1,5 Millionen Euro. In diesen arbeiten Leibniz-Institute – auch mit externen Partnern – interdisziplinär zusammen zu den Themen Science 2.0, Energiewende, Medizintechnik, Wirkstoffe und Biotechnologie, Nanosicherheit, Krisen in einer globalisierten Welt, Bildungspotenziale sowie nachhaltige Lebensmittelproduktion und gesunde
Ernährung.

Insgesamt hatten sich 28 Leibniz-WissenschaftsCampi und Leibniz-Forschungsverbünde mit einer Antragssumme von mehr als 26 Millionen Euro um eine Förderung beworben; bewilligt wurden insgesamt 15 Vorhaben mit einem Finanzvolumen von knapp über neun Millionen Euro.

Hintergrundinformationen:
Leibniz-WissenschaftsCampi überwinden institutionelle Grenzen im deutschen Forschungssystem und ermöglichen Leibniz-Einrichtungen und Hochschulen eine thematisch fokussierte Zusammenarbeit im Sinne einer gleichberechtigten, komplementären, regionalen Partnerschaft. Ziel ist es, den jeweiligen Forschungsbereich weiterzuentwickeln und das wissenschaftliche Umfeld für diese Thematik zu stärken. Die Leibniz-Gemeinschaft fördert Leibniz-WissenschaftsCampi als strategische Verbundforschungsvorhaben in der Förderlinie „Strategische Vernetzung“ des Leibniz-Wettbewerbs. Mit den neu eingerichteten Leibniz-WissenschaftsCampi wird es bundesweit 19 dieser Hochschulkooperationen an zwölf Standorten geben.

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Veranstaltung: Der Wert der Kulturpflanzenvielfalt

Als Gestalter seiner Umwelt greift der Mensch tief in die Natur ein. Das führt einerseits zu einem besorgniserregenden Verlust an Biodiversität von Arten, Populationen und Lebensräumen mit den bereits sichtbaren negativen Auswirkungen auf das menschliche Leben. Andererseits erschafft der Mensch durch sein gestalterisches Handeln an der Natur selbst neue biologische Vielfalt. Ein sichtbares Zeichen dafür ist die große Vielfalt an Nutzpflanzen, welche im Laufe von Jahrtausenden entstanden ist. Auch diese Vielfalt ist durch Veränderungen der züchterischen und landwirtschaftlichen Praxis gefährdet.

Wir, Vertreter des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben, des Landesmuseum für Vorgeschichte und des WissenschaftsCampus Halle möchten Sie zur Veranstaltung „Der Wert der Kulturpflanzenvielfalt – Gestern – Heute – Morgen“ einladen. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir den Fragen nachgehen: Welche Bedeutung die Entstehung dieser erschaffenen Vielfalt für die Entwicklung von menschlicher Kultur und Umwelt hatte und auch heute noch hat? Lohnt es sich diese Vielfalt alter und neuer Kulturpflanzen in Genbanken für unsere Zukunft zu erhalten?

Programm: 

  • 18:00 Uhr Die ersten Bauern: Führung ins Neolithikum
    Monika Bode, Ref. Besucherbetreuung & Museumspädagogik/ Landesmuseum für Vorgeschichte Halle
  • 18:45 Uhr Der Wert der Kulturpflanzenvielfalt – Gestern
    Monika Hellmund, Archäobotanik/ Landesmuseum für Vorgeschichte Halle
  • 19:30 Uhr Der Wert der Kulturpflanzenvielfalt – Heute
    Olaf Christen, Professor Allgemeiner Pflanzenbau & Ökologischer Landbau/ MLU Halle-Wittenberg
  • 20:15 Uhr Der Wert der Kulturpflanzenvielfalt – Morgen
    Andreas Graner, Geschäftsführender Direktor & Leiter der Abt. Genbank/ IPK Gatersleben
  • 21:00 Uhr Offene Gesprächsrunde bei Wein und Brot

Anmeldung bis zum 20.04.2016 per Telefon (039482 5427), E-Mail (scheer@ipk-gatersleben.de) oder Fax (039482-5500). Der Eintritt ist frei.

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Gefördert durch

Hugo Junckers Preis Signet

Links

Nationale Forschungsstrategie Bioökonomie

Spitzencluster BioEconomy

BioÖkonomieRat

European Commission: Website zum Thema Bioökonomie

The International Consortium on Applied Bioeconomy Research

Wissenschaft in Halle

Hochschulkooperationen der Leibniz Gemeinschaft

Film: Bioökonomie im Alltag

 

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