Herausforderung Innovation am WCH

Basis für internationale Zusammenarbeit mit Usbekistan geschaffen

Die Zeit scheint plötzlich schneller zu laufen, als die letzte Minute der Marshmallow Challenge anbricht. Nervöse Blicke fallen immer wieder auf die tickende Uhr. Mit hektisch wirkenden Handgriffen wird an den fünf Gruppentischen versucht, das Material noch zu stabilisieren. Dann ertönt das Signal und alle Hände müssen von den fünf, wackligen Konstruktionen aus 20 harten Spaghetti, 1 Meter Faden und 1 Meter Klebeband lassen. Da die meisten Nudeltürme, auf denen möglichst hoch ein Marshmallow thronen soll, sofort umkippen, steht schnell das Gewinnerteam fest, dessen Turmhöhe 48 cm misst. Nach einer kurzen Reflektionsrunde haben die Teilnehmenden die Chance auf einen zweiten Versuch. Und siehe da, dieses Mal klappt es besser. Ein anderes Team gewinnt mit 66,5 cm Turmhöhe.

Die Stimmung ist nicht nur bei den Siegergruppen ausgelassen, allen Teilnehmenden hat diese spezielle Herausforderung gelehrt, bei innovativer Forschung schnellstmöglich in die Anwendung und Testung zu gehen. Diese Herausforderung war ein Teil eines umfassenden Programms rund um das Thema Innovationen in der Forschung anlässlich des Besuchs einer usbekische Delegation bestehend aus 13 NachwuchswissenschaftlerInnen in Begleitung von MitarbeiterInnen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie des usbekischen Innovationsministeriums am 14. Oktober 2019 am WissenschaftCampus Halle.

Neben dieser Marshmallow Challenge im Methodenworkshop „Creative Ideation“ des Gründerservice der Martin-Luther-Universität von Moritz Bradler und Dr. Andreas Lauenroth stellte Dr. Anne-Laure Tissier die Arbeit des WissenschaftsCampus Halle vor. Auch WCH-Co-Sprecher Professor Ludger Wessjohann ließ es sich nicht nehmen, den Anwesenden hilfreiche Tipps für innovative Ausgründungen zu geben, da er selbst bisher sechs Firmen erfolgreich gegründet hat. Außerdem stellte er seine neue Humboldt-Forschungsstipendiatin Dr. Nilufar Mamadalieva vor. Erst seit kurzem erweitert die Usbekin seine Forschungsabteilung Natur- und Wirkstoffchemie am Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB). Mit Dr. Kai Kaufmann von der DENKweit GmbH erhielt die usbekische Delegation darüber hinaus ein praktisches Beispiel für eine erfolgreiche Firmengründung aus der Forschung heraus. Die DENKweit GmbH besteht seit September 2018 als Fraunhofer-Ausgründung und kombiniert innovative Sensor-Technik mit moderner Datenanalyse im Bereich der Photovoltaik- und Automobilbranche. Bei der abschließenden Institutsführung durch Sylvia Pieplow und Dr. Antje Hellmuth boten sich weitere Möglichkeiten des Austauschs und der Kontaktvermittlung.

Im Anschluss wurden in Halle noch gesondert das WCH-Mitglied Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) sowie das Institut für Geowissenschaften der MLU besucht. Als Abschluss der Reise wurden die usbekischen TeilnehmerInnen angehalten, ihre Erkenntnisse im Rahmen der InnoWeek, der größten Innovationsmesse der Republik Usbekistan, zu präsentieren.

Die Delegation hatte insgesamt zwei Wochen mit dem BMBF die deutsche universitäre und außeruniversitäre Forschungs- und Innovationslandschaft u.a. in Berlin, Leipzig und Dresden erkundet. Hintergrund dieser Reise ist die Intensivierung der Kontakte im Innovations- und Forschungsbereich zwischen Deutschland und Usbekistan, die im Jahr 2020 in einer gemeinsamen Wissenschaftlich-Technologische Zusammenarbeit (WTZ) münden soll. Im Rahmen von WTZ-Abkommen führt der Bund mit ausgewählten Partnerländern Ausschreibungen für bilaterale Forschungsprojekte durch.

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