Neuigkeiten

Hier finden Sie alle aktuellen Neuigkeiten rund um den WissenschaftsCampus Halle - Pflanzenbasierte Bioökonomie und das Thema Bioökonomie.

Unser Beitrag für die Zukunft - Der WissenschaftsCampus Halle investiert 1,2 Mio. Euro für zukunftsweisende Forschung in der Bioökonomie

Das Direktorium des WissenschaftsCampus Halle (WCH) hat zum dritten Mal Verbundforschungsprojekte für die Förderung ausgewählt. Insgesamt fünf Forschungsprojekte werden mit insgesamt 1,2 Mio. Euro gefördert. Die als förderfähig eingestuften Projekte im Bereich der Primärproduktion sowie der Konversion starten spätestens Anfang 2019 und sollen dazu beitragen, die bioökonomische Forschung in Sachsen-Anhalt weiter voranzutreiben.

Bewährtes weiter vorantreiben

Es ist bereits die dritte Förderrunde des WCH. Aktuell laufen sieben vielversprechende Projekte aus der zweiten Förderrunde. Auch bei den neuen Forschungsprojekten handelt es sich, um Verbundprojekte. Damit ist gemeint, dass in den anwendungsorientierten Projekten Partner von jeweils mindestens zwei Mitgliedern des WCH aus Sachsen-Anhalt kooperieren und gleichzeitig ein Industriepartner eingebunden sein muss. Durch diese Strategie rückt der WCH dem Ziel näher, die interdisziplinäre Zusammenarbeit regionaler Partner zu intensivieren. Dazu finden in regelmäßigen Abständen Projektausschreibungen des WCH im Bereich der pflanzlichen Produktion, Verarbeitung, Konversion aber auch der Sozioökonomie statt.

Bei der Auswahl der Verbundprojekte achtet der WCH auf eine Vielzahl verschiedener Kriterien wie: Interdisziplinäre Forschung, einen innovativen Forschungsplan mit Anwendungspotential, eine hohe Relevanz für die wirtschaftliche Verwertung sowie die Einbindung von Wirtschaftspartnern.

Förderung im internationalen Rahmen

Der WissenschaftsCampus Halle hat die Notwendigkeit der Forschungsförderung stark im Blick, weil er die Chancen erkennt, die darin liegen. Denn eine Förderung ist immer auch eine Investition in die Zukunft. Deshalb bildet die Forschungsförderung auch einen der Hauptaspekte bei der 7. International Bioeconomy Conference. Unter dem Motto „Bio meets Economy – Science meets Industry“ lädt der WissenschaftsCampus Halle gemeinsam mit dem BioEconomy Cluster Mitteldeutschland am 6. und 7. Juni 2018 erneut in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina nach Halle an der Saale ein. Die Veranstaltung zählt zu den wichtigsten Terminen der Bioökonomie landesweit und versammelt jährlich zahlreiche renommierte WissenschaftlerInnen und Akteure der Bioökonomie sowie politische VertreterInnen. Ihnen ermöglicht die Konferenz einen Einblick in die Chancen und Potentiale der Bioökonomie und im Speziellen der Region Mitteldeutschland. Neben renommierter Forschung werden hier auch Fördermöglichkeiten präsentiert.

Die 7. International Bioeconomy Conference wird vom WissenschaftsCampus Halle und dem BioEconomy Cluster gemeinschaftlich organisiert und findet am 6. und 7. Juni 2018 in der Leopoldina in Halle statt. Die Anmeldung sowie das Programm finden Sie unter: www.bioeconomy-conference.de

 

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Nachhaltige Chemie – Ja! Aber wie?

Die Chemieindustrie und ihre Anwendungsbranchen sind von zentraler Bedeutung für die deutsche Wirtschaft. Unter dem Stichwort „Chemie 4.0“ sind große Anstrengungen geplant, um den erforderlichen Rohstoffwandel weg von fossilen hin zu nachwachsenden Rohstoffen, ein stärker zirkuläres Wirtschaften und eine höhere Nachhaltigkeit zu erreichen. Aber was bedeutet eigentlich Nachhaltige Chemie?

Wie können sichere Chemikalienkreisläufe, Ersatz von gefährlichen Stoffen, schadstoffarme Produkte und weltweit verbindliche Umwelt- und Sozialvorschriften gelingen? Was kann jede*r von uns hierzu beitragen – als Bürger*in, als Unternehmen, als Behörde? Woran kann ich erkennen, ob eine Chemikalie oder ein Produkt einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leistet oder nicht?

Über diese und weitere Fragen sprechen wir mit dem Chemikalienexperten Prof. Dr. Dirk Bunke vom Öko-Institut e.V. und Dr. Hans-Christian Stolzenberg vom Fachgebiet Internationales Chemikalienmanagement im Umweltbundesamt.

Montag | 23. April 2018 | 17:15 Uhr

Hörsaal im Umweltbundesamt | Wörlitzer Platz 1 | Dessau-Roßlau

Eintritt frei

Eine gemeinsame Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt mit dem Leibniz-WissenschaftsCampus Halle und dem Umweltbundesamt.

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Grüne Gentechnik:

Am Abend des 11. Januar 2018 fand im Festsaal der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina die Podiumsdiskussion zum Thema „20 Jahre Grüne Gentechnik – Risiken und Chancen für eine Landwirtschaft der Zukunft“ im Rahmen der studentisch organisierten Ringvorlesungsreihe "Zukunftsfähige Landwirtschaft" statt. Mehr als 200 Interessierte verfolgten gespannt das Gespräch von Dr. Jochen Kumlehn (IPK), Prof. Dr. Ingo Pies (MLU), Dr. Christoph Then (Testbiotech e.V.) und Dr. phil. Johannes Achatz (Hochschule Furtwangen). Moderiert wurde die Debatte von Christian Bollert (detektor.fm).

 

Nach einer kurzen Einführung in die naturwissenschaftlichen und methodischen Grundlagen der genetischen Veränderung von Pflanzen durch Jochen Kumlehn, wurde die Debatte um dieses gesellschaftlich sehr kontroverse Thema wissenschaftlich fundiert und im interdisziplinären Kontext diskutiert.

Zunächst tauschten die Experten sich über den für die gesellschaftliche Diskussion des Themas vielverwendeten, aber unterschiedlich definierten Begriff „Natur“ aus. Möglicherweise beruhe das insbesondere von der Grünen Gentechnik ausgelöste Unbehagen auf der antiken Idee von einer gewachsenen, unveränderlichen Natur, für das das Reich der Pflanzen bis heute symbolisch stehe. Die naturwissenschaftlich getragenen Konzepte von einer sich stetig selbst wandelnden Natur stünden dem gegenüber.

Wirtschaftsethiker Ingo Pies bemängelte die nicht zielführende „Angstkommunikation“ von einigen Gentechnik-Kritikern mit dem Argument, dass die für die Analyse von Chancen und Risiken grundlegende Unterscheidung zwischen Gefahren und Risiken nicht mehr vorgenommen werde. Die damit verbundene emotionalisierte Debatte, wie sie spätestens seit den 1990er Jahren um die Grüne Gentechnik geführt wurde, könnte die vernunftgeleitete Betrachtung auch der Neuen Molekularbiologischen Methoden (NMT), verhindern. Weiterhin kritisierte er die gegenwärtige Auslegung des Vorsorgeprinzips in Europa, welches er als innovationshinderlich einstuft. Johannes Achatz argumentierte hingegen, dass das Vorsorgeprinzip an erster Stelle stehen sollte, da ungewisse Chancen nicht hinreichen, um absehbare Risiken zu vernachlässigen.

Die Weiterentwicklung molekularbiologischer Verfahren erlaube nicht nur gezieltere genetische Veränderungen von Pflanzen, sondern käme auch ohne den Austausch genetischen Materials zwischen Individuen u. a. über Artgrenzen hinweg aus, erläutert Jochen Kumlehn. Damit seien sie weniger den klassischen gentechnischen Verfahren, wie sie im Gentechnikgesetzt beschrieben werden, zuzuordnen, sondern eher den erlaubten und gängigen Methoden der z. B. chemischen induzierten Mutagenese.

Christoph Then unterschied dagegen klar zwischen den traditionellen Methoden der Pflanzenzüchtung und den NMT. Letztere könnten von den betroffenen pflanzlichen Individuen nicht durch zelluläre Prozesse reguliert werden. Darüber hinaus öffne dieser methodische Zugang Tür und Tor für die kritisch zu beurteilende Patentierung von Kulturpflanzen. Maßstab für eine ethische Beurteilung der neuen Methoden dürfe nicht der unternehmerische Vorteil sein.

Dem stimmt Jochen Kumlehn zu, betonte aber gemeinsam mit Ingo Pies, dass es angesichts des Potenzials, den die NMT für die Lösung der sich aufgrund von Klimawandel und des Bevölkerungswachstums stellenden globalen Probleme, nicht förderlich wäre, wenn fachfremde Juristen ohne die Beratung durch wissenschaftliche Experten über die korrekte begriffliche Einordnung der NMT und damit deren gesetzliche Zuordnung entscheiden. Wichtiger sei, sich mit juristischer Hilfe über konkrete Fragen der Regulierung des Einsatzes molekularbiologischer Verfahren in der Pflanzenzucht und dem Anbau der entstehenden Sorten zu verständigen, anstatt generelle Verbote auszusprechen und damit wichtige Innovationen zu verhindern.

Nach der Diskussion auf dem Podium wurde die Debatte für das Publikum im Saal geöffnet, woraufhin die Frage im Raum stand, wie und in welchem Maße die Grüne Gentechnik zur Lösung der Welthungerproblematik beiträgt und in der Vergangenheit beigetragen hat. In diesem Zusammenhang verwies Christoph Then darauf, dass der Beitrag Grüner Gentechnik an der Überwindung der Welthungerproblematik angesichts der aktuell im Anbau befindlichen Kulturen, sehr fragwürdig erscheint und die Verwendung dieses Arguments ebenso eine Emotionalisierung der Debatte darstellt.

Die Veranstaltung wurde im Rahmen der Ringvorlesung Zukunftsfähige Landwirtschaft der Studentischen Förderinitiative der Naturwissenschaften (SFI) in Kooperation mit dem Wissenschaftscampus Halle (WCH) und dem Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) organisiert. Einen Mittschnitt der Veranstaltung finden Sie zeitnah unter: https://www.youtube.com/channel/UClaj4AORO4EFQwDc2GkXwPA/featured.

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Die „Plastikpiraten“ sind los: 10. Klasse des Christian-Wolff-Gymnasiums aus Halle-Neustadt nimmt Plastikproben an der Saale

Am 6. Juni wurden 19 Jugendliche des Christian-Wolff-Gymnasiums aus Halle-Neustadt zu „Plastikpiraten“. Im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2016/17 – Meere und Ozeane – erforschten sie die Plastikbelastung an und in der Saale auf der Ziegelwiese. Die Ergebnisse werden bei der zweitägigen Zukunftsstadtkonferenz am 15. und 16. Juni 2017 im KulturTREFF Halle-Neustadt vorgestellt und auf einer digitalen Deutschlandkarte unter www.wissenschaftsjahr.de/jugendaktion dokumentiert. Die erhobenen Daten werden im Anschluss an den deutschlandweiten Aktionszeitraum, der noch bis zum 30. Juni andauert, von der Kieler Forschungswerkstatt wissenschaftlich ausgewertet.

In fünf Forschungsteams aufgeteilt, haben die Schülerinnen und Schüler zwei Stunden lang entlang eines 500 m langen Uferabschnitts der Saale auf der Ziegelwiese Proben genommen. Die erste Gruppe fertigte eine detaillierte Flussbeschreibung an und berechnete die Fließgeschwindigkeit der Saale an dieser Stelle. Zwei weitere Gruppen untersuchten und sammelten Müll am Ufer. Eine vierte Gruppe beschäftigte sich mit größeren, treibenden Müllobjekten und Mikroplastik in der Saale. Um Mikroplastik aus der Saale zu entnehmen, tauchte die Schülergruppe ein spezielles Netz für eine Stunde in den Fluss. Hier sammelten sich in der relativ kurzen Zeit einige Plastikpartikel an. Die fünfte Gruppe bestand aus einen dreiköpfigen Reporterteam, das jeweils die Probenahmen der anderen Gruppen dokumentierte und bei der Sicherstellung von Beweismitteln in Form von Fotos behilflich war.

Vor der Probenahme informierte Frederik Bub, Fachgruppe Didaktik der Physik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die Schülerinnen und Schüler über die Auswirkungen des Plastikmülls in unseren Flüssen und auf die Meere und Ozeane. Im Anschluss erläuterte Gerd Unkelbach, Leiter des Fraunhofer-Zentrums für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP) in Leuna, die Vorteile der Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, welche jedoch nicht allein die Lösung für eine hohe Plastikbelastung sein kann. „Biokunststoffe bieten ein enormes Potential klassische Kunststoffe aus Erdöl zu ersetzen. Dabei steht die erwartete Funktionalität immer im Vordergrund. So ist z.B. nicht jeder bio-basierte Kunststoff automatisch auch bio-abbaubar. Auch muss das Recycling als Bestandteil einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft für die neuen Materialien eingeführt werden.“, so Unkelbach.

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierte Citizen-Science-Aktion wurde veranstaltet vom WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH), Greenpeace Halle sowie der Fachgruppe Didaktik der Physik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Die Bürgerwissenschaft steht im Zusammenhang mit der Zukunftsstadt Halle-Neustadt 2050 und dem Aktionsfeld 2 „frei.raum.mit.gestalten“, die science2public e.V. koordiniert. Lehramtsstudierende der MLU begleiten die Aktion und evaluieren unter anderem den Einfluss der Citizen-Science Aktion auf die Einstellung von Schülerinnen und Schülern gegenüber Wissenschaft.

Die „Plastikpiraten“ leisten einen wertvollen Beitrag für die Wissenschaft. Mehr als 12 Millionen Tonnen Kunststoff landen jährlich im Meer, ein beachtlicher Teil gelangt über Flüsse und Bäche dorthin. Doch das Vorkommen von Plastikmüll in und an Fließgewässern in Deutschland ist noch weitgehend unerforscht. Die Citizen-Science-Aktion für Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren trägt dazu bei, diese Wissenslücke zu schließen.

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Klasse Kürbiskuriosität: Weltweit stattfindender Aktionstag am Gymnasium im Geiseltal zur Bedeutung von Pflanzen

Am 18. Mai 2017 veranstaltete der WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) im Rahmen des Fascination of Plants Day am Freien Gymnasium Geiseltal (FGG) einen Projekttag zum Thema „Vielfalt & Leistungen von Kulturpflanzen“. Mit einem vielfältigen Angebot an Vorträgen, Bodenanalysen und der Übergabe von zehn verschiedenen Kürbissorten für eine Pflanzung auf dem Schulhof konnte die 11. Klasse des FGG für Pflanzen und Berufe rund um die Pflanzenwissenschaften fasziniert werden.

„Die drängenden gesellschaftlichen und ökologischen Probleme unserer Zeit wie Klimawandel, Ressourcenknappheit und der Anstieg der Weltbevölkerungszahl machen es erforderlich, die vorhandenen biologischen Ressourcen durch innovative Verfahren nachhaltiger zu nutzen. Es ist somit unabdingbar, dass wir frühzeitig qualifizierte, interdisziplinäre und kreative Fachkräfte ausbilden.“, so Prof. Dr. Klaus Pillen, Sprecher des WissenschaftsCampus Halle. Der Projekttag am FGG stellt einen ersten Versuch dar, zukünftige Auszubildende und Studierende für Pflanzen zu begeistern und somit mögliche, berufliche Perspektiven aufzuzeigen.

Nach einer einführenden Quiz-Rallye, in der die SchülerInnen ihren Wissensstand rund um das Thema Pflanzen und Pflanzengenetik erproben konnten, brachte Dr. Sabine Odparlik vom IPK den Wert der Kulturpflanzenvielfalt nahe. Mit Prof. Dr. Bruno Glaser, Professor für Bodenbiogeochemie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, konnten die SchülerInnen selbst mitgebrachte Bodenproben analysieren und herausfinden, welche Pflanzen, für den jeweiligen Boden geeignet sind. Nadja Sonntag vom WissenschaftsCampus Halle stellte anschließend den SchülerInnen das Thema Bioökonomie vor und veranschaulichte, welche innovativen Produkte auf der Grundlage von nachwachsenden Rohstoffen bereits produziert werden.

Zum Abschluss wurden der Klasse zehn verschiedene Kürbissorten aus dem IPK überreicht, welche in einer später stattfindenden Pflanzaktion den Schulhof des FGG verzieren sollen.

Biologie-Lehrer Sascha Georges zeigte sich sehr zufrieden: „Manchmal ist es schwer SchülerInnen von einem scheinbar trockenen Thema wie Pflanzen und deren Genetik zu begeistern. Mit diesem Projekttag konnten wir die meisten aus der Reserve locken.“ Demnächst möchte er mit seinen Schulklassen auch das IPK und die bundeszentrale ex situ-Genbank in Gatersleben besuchen.

Pflanzen sind unabdingbar für uns Menschen und unsere Umwelt. Wir sind von Pflanzen in wesentlichen Bereichen wie der Ernährung, aber auch der Pharma-, Kosmetik- und Energieindustrie abhängig. Gleichzeitig sind Pflanzen zentral für den Klima- und Naturschutz sowie für die Etablierung eines nachhaltigen, auf nachwachsenden Rohstoffen basierenden Wirtschaftssystems, Bioökonomie genannt.

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Woher kommen das Brot?: Girls Day beim WissenschaftsCampus Halle

Martha und Anouk beim Bonitieren

Zum Internationalen Mädchenzukunftstag, dem sogenannten „Girls Day“, brachte der WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) am 27. April 2017 Mädchen mit dem Thema Landwirtschaft und Agrarwissenschaft in Berührung. Maria Umann, welche WCH-Stipendiatin der KWS ist, erklärte den 12jährigen Mädchen in einer kurzen Einführung woher Brot und Brötchen kommen und welchen wichtigen Stellenwert die Pflanzenzüchtung in der Landwirtschaft einnimmt. Im Anschluss halfen die Schülerinnen Martha und Anouk der Masterstudentin beim Bonitieren ihrer Gersten-Versuchspflanzen. Begeistert untersuchten die beiden Sechstklässlerinnen im Gewächshaus die Pflanzen nach Semi-Sterilität. Dieses spontane Auftreten von nicht befruchteten Blüten ist in der Forschung nach wie vor ein Rätsel. Nach den zahlreichen Eindrücken auf dem Versuchsfeld der Martin-Luther-Universität konnten die Mädchen noch ein Seminar zur Grundlage der Pflanzenzüchtung besuchen und nach der Praxis die Theorie kennenlernen.

Am Girls'Day öffnen Unternehmen, Betriebe und Hochschulen in ganz Deutschland ihre Türen für Schülerinnen ab der 5. Klasse. Die Mädchen lernen dort Ausbildungsberufe und Studiengänge in IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik kennen, in denen Frauen bisher eher selten vertreten sind. Oder sie begegnen weiblichen Vorbildern in Führungspositionen aus Wirtschaft und Politik. Der nächste Girls'Day findet am 26. April 2018 statt.

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Internationale Zusammenarbeit in Forschung und Wissenschaft: Kooperation mit französischer Partnerorganisation gestartet

Der WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) und das französische Forschungsinstitut ˝L’Institute National de la Recherche Agronomique˝ (INRA) haben über eine internationale Zusammenarbeit in Forschung und Wissenschaft beraten. Bei einem Treffen am 17. März 2017, welches auf Initiative des Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft, Prof. Dr.-Ing. Matthias Kleiner, am Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) zustande kam, trafen sich VertreterInnen beider Organisationen und stimmten sich über die Möglichkeiten zukünftiger Zusammenarbeit ab.

Gemeinsam mit dem Vize-Präsidenten der INRA, Dr. Jean-François Soussana, fand man besondere Anknüpfungspunkte bei der Verbesserung der europäische Infrastruktur und Integration hinsichtlich der Phänotypisierung von Getreidepflanzen, Hyperspektral-Aufnahmen, Trockenstresstoleranz bei Weizen oder bei der Erforschung von sozio-ökonomischen Aspekten von Innovationen.

Weitere Treffen und Absprachen sind angedacht und werden in thematischen Gruppen stattfinden.

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Regionales Netzwerk für globale Herausforderungen: Leibniz-Präsident besucht WissenschaftsCampus Halle

Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Prof. Dr.-Ing. Matthias Kleiner, besuchte am 17. März 2017 den Leibniz-WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH). Er informierte sich über die Arbeit des regionalen Netzwerks zum nachhaltigen, auf nachwachsenden Rohstoffen basierenden Wirtschaften. Gemeinsam mit Professor Udo Sträter, Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), den Sprechern des WCH, Professor Klaus Pillen von der MLU und Professor Ludger Wessjohann vom Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) sowie weiteren Leitern der elf WCH-Mitgliedsinstitutionen diskutierte er die bisherige Zusammenarbeit zwischen den außeruniversitären und universitären Einrichtungen unter dem Dach des WissenschaftsCampus Halle. Ziel der Zusammenkunft am Leibniz-Institut IPB war es, noch bessere Möglichkeiten für die Kooperation zu entwickeln. Mit dem WCH besuchte Matthias Kleiner erstmalig einen Leibniz-WissenschaftsCampus.
„Der Leibniz-WissenschaftsCampus Halle ist eine regionale, vernetzte Forschungskooperation, die eine globale Herausforderung adressiert. Die Pflanzenbasierte Bioökonomie bietet Potenziale, um auch angesichts der wachsenden Weltbevölkerung und des Klimawandels unseren Bedarf an Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen zu decken. Mit dem interdisziplinären WissenschaftsCampus Halle ist es der Leibniz-Gemeinschaft und der Martin-Luther-Universität gelungen, die Region auf diesem zukunftsweisenden Gebiet international zu profilieren. Mich fasziniert immer wieder aufs Neue, wie die Forschung und die Ideen unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ganz konkreten Nutzen haben können“, so Matthias Kleiner bei seinem Besuch.
Besonderen Wert legte er auf die Nachwuchsförderung. Er nahm sich die Zeit, mit einigen NachwuchswissenschaftlerInnen des WCH zu diskutieren und sich auszutauschen. Am Nachmittag empfing er gemeinsam mit dem WCH darüber hinaus VertreterInnen des französischen Instituts für Agrarwissenschaften (INRA) und stellte mit dessen Vize-Präsident, Jean-François Soussana, einen wichtigen und internationalen Kontakt für den weiteren Erfolg der Arbeit des WCH her.
Das Modell „Leibniz-WissenschaftsCampus“ ist die Antwort der Leibniz-Gemeinschaft auf das oft bemängelte Nebeneinander von universitärer und außeruniversitärer Forschung im deutschen Forschungssystem. Leibniz-WissenschaftsCampi ermöglichen Leibniz-Einrichtungen und Hochschulen eine thematisch fokussierte Zusammenarbeit im Sinne einer gleichberechtigten, komplementären, transdisziplinären, regionalen Partnerschaft unter zusätzlicher Einbindung anderer Institutionen und der Wirtschaft. Ziel ist es, nationale und europäische Netzwerke zu schaffen, um den jeweiligen Forschungsbereich weiterzuentwickeln und das wissenschaftliche Umfeld für diese Thematik und den jeweiligen, regionalen Standort zu stärken. Zurzeit gibt es deutschlandweit 19 WissenschaftsCampi. Der WCH ist mit seinen elf Mitgliedern der größte.
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Vom Molekül zum Markt: WissenschaftsCampus Halle verbindet Wissenschaft und Wirtschaft

Am 7. März veranstaltete der WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) im Löwengebäude der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg erstmalig ein Bioökonomie MatchMaking für kleine und mittelständische Unternehmen und WissenschaftlerInnen. Mit der Veranstaltung sollten Industrie und Forschung auf dem Gebiet der Bioökonomie überregional vernetzt und Kooperationen untereinander auf den Weg gebracht werden. Unter dem Motto „Vom Molekül zum Markt“ präsentierten sich insgesamt 27 WissenschaftlerInnen und Unternehmen in kurzen Impulsvorträgen.
„Der Erfolg der Veranstaltung zeigt, wie groß das Interesse an Vernetzung in dem Bereich der Bioökonomie ist, um die Forschung und Entwicklung von marktfähigen Produkten voranzutreiben“, so Prof. Dr. Klaus Pillen, Sprecher des WCH. Neben interessanten Präsentationen aus den Bereichen Pflanzenzüchtung, Pflanzenbau, -schutz, Chemie und Strukturentwicklung, biotechnologische Verfahren oder Soziologie wurden den teilnehmenden Firmen und wissenschaftlichen VertreterInnen darüber hinaus eine besondere Förderungsberatung zu Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung von Verbundprojekten und innovativen Ideen angeboten. Prof. Dr. Ludger Wessjohann, ebenfalls Sprecher vom WissenschaftsCampus Halle, bekräftigte noch einen weiteren Vorteil der Veranstaltung: „Beim MatchMaking geht es nicht nur um die Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft im Bereich der Forschung und Entwicklung, sondern auch um den unmittelbaren Zugang zu interdisziplinär ausgebildeten Fachkräften. Wer mitmacht, hat die erste Wahl“. Die Veranstaltung des WCH konnte von den Preisgeldern des Hugo-Junkers-Preises für Forschung und Innovation finanziert werden, den der WissenschaftsCampus 2015 gewonnen hatte.
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Internationale Grüne Woche Berlin

Bei der Internationalen Grünen Woche vom 20. bis 29. Januar 2017 auf dem Berliner Messegelände präsentierte sich der WCH am Stand der Fraunhofer Gesellschaft. Hier waren vor allem die Fraunhofer Institute für Angewandte Polymerforschung (IAP), für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB), für Holzforschung (WKI) sowie das WCH-Mitglied Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP) vertreten. Der Stand war in der Messehalle der „nature.tec – Fachschau Bioökonomie“ ideal gelegen. Gemeinsam mit dem Stand des deutschen Bioökonomierates organisierte die Fraunhofer Gesellschaft zudem einen Politikerrundgang zum Thema Bioökonomie. Die anwesenden AbgeordnetenmitarbeiterInnen zeigten sich sehr interessiert auch an der Arbeit des WCH, so beispielsweise an der International Bioeconomy Conference.

Bei der weltweit größten Messe für Ernährungswirtschaft, Landwirtschaft und Gartenbau waren 1.614 Aussteller aus 67 Ländern vertreten. Insgesamt 400.000 Besucher, darunter 90.000 Fachbesucher, waren vor Ort. Die nächste Internationale Grüne Woche findet vom 19. bis 28. Januar 2018 statt.

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Willingmann: Zukunftsweisende Verbundforschung unter dem Dach des WissenschaftsCampus Halle

Am 1. November besuchte der damalige Staatssekretär und jetzige Minister für Wirtschaft und Wissenschaft, Professor Armin Willingmann, den WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie. Dabei wurde er von den beiden Sprechern des WCH, Professor Klaus Pillen und Professor Ludger Wessjohann, vor allem über die neuen WCH-Verbundforschungsprojekte informiert. Die sieben Forschungsprojekte rund um das Thema des nachhaltigen Wirtschaftens hatten Ende des Jahres ihre Arbeit aufgenommen.

Die durch den WCH geförderten Verbundforschungsprojekte sind verstärkt darauf ausgerichtet, dass die erzielten Erkenntnisse schnellstmöglich in die Anwendung gelangen, weshalb jedem Projekt ein Wirtschaftspartner zugeordnet ist. Bereits in seiner ersten Förderperiode (2012-2015) hatte der WissenschaftsCampus Halle fünf exzellente Verbundforschungsprojekte gefördert.

„Die Bioökonomie zählt zu den Leitmärkten der Innovationsstrategie des Landes Sachsen-Anhalt. Der WissenschaftsCampus Halle leistet hier einen entscheidenden Beitrag. Durch die zukunftsweisenden Verbundforschungsprojekte unter dem Dach des WCH wird Wissen geschaffen, um künftigen gesellschaftlichen Herausforderungen mit praktikablen Lösungsansätzen zu begegnen“, fasste Minister Willingmann das Treffen zusammen.

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Tag der offenen Tür des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Beim Tag der offenen Tür des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft in Berlin präsentierte sich der WissenschaftsCampus Halle am 27. und 28. August 2016 gemeinschaftlich mit dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO). Minister Christian Schmidt und die parlamentarische Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth informierten sich bei ihrem Rundgang am Stand des WCH über die aktuelle Arbeit zum Thema Bioökonomie. Alle Interessierten konnten anhand kompostierbarer Strohtüten oder durch violettes Gebäck, das durch den gesundheitsfördernden Pflanzenfarbstoff Anthocyan in einer alten Getreidesorte gefärbt war, mit dem Thema Bioökonomie in Berührung kommen. Bei einem Bühnengespräch beantwortete Nadja Sonntag als Pressereferentin des WCH Fragen rund um das Thema des nachhaltigen Wirtschaftens. Im Anschluss daran wurden bei einem Quiz zur Bioökonomie drei handgefertigte Strohtüten der ehemaligen WCH-Stipendiatin Christin Mannewitz verlost.

Mit dem WCH und dem IAMO waren noch weitere Einrichtungen zu Themen wie Energieversorgung, Tourismus oder Umweltmanagement mit ihren Ständen vertreten. Dies und ein buntes Programm für Groß und Klein lockten rund 4.000 BesucherInnen an.

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Wie werden wir alle satt?: Lange Nacht der Wissenschaften in Halle

Am 1. Juli veranstaltete der WissenschaftsCampus Halle zusammen mit dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) im Rahmen der 15. Langen Nacht der Wissenschaften Halle ein Fahrradkino am IAMO mit dem Film „10 Milliarden: Wie werden wir alle satt?“. Beim Fahrradkino erzeugt das Publikum selbst durch Muskelkraft den Strom, um den Film auf die Leinwand projizieren zu können. Die dazu nötige Fahrradkino-Anlage wurde vom Postkult e.V. zur Verfügung gestellt und begeisterte die ZuschauerInnen, die prompt aktiv in die Pedalen traten, um die ca. 600 Watt für den Beamer zu erzeugen. Der Film „10 Milliarden“ des deutschen Dokumentarfilmers Valentin Thurn („Taste The Waste“) beschäftigt sich mit der Frage, wie eine wachsende Weltbevölkerung zukünftig ernährt werden kann und sucht auf der ganzen Welt bei industriellen Nahrungserzeugern sowie Kleinbauern nach Antworten.

Die Lange Nacht der Wissenschaften, die von der Martin-Luther-Universität und zahlreichen Forschungseinrichtungen sowie der Stadt Halle organisiert wird, zog auch 2016 mit ihren 340 Veranstaltungen mehrere Tausende BesucherInnen an.

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Auf dem Weg zur besten der möglichen Welten: Exkursion zum IPK Gatersleben

Die Weltbevölkerung soll Prognosen zufolge im Jahr 2050 auf neun Milliarden Menschen ansteigen. Gleichzeitig werden jedoch auch die Erträge der weltweit zur Verfügung stehenden landwirtschaftlichen Nutzflächen aufgrund des Klimawandels zurückgehen. Dies wird die Problematik der globalen Ernährungsunsicherheit weiter verschärfen. Zudem wirft der angestrebte, zunehmende Verzicht auf fossile Energieträger die Frage auf, wie angesichts dieses Zielkonflikts ökologisch, nachhaltige Ernährungssicherheit und sozialverträgliche Energiegewinnung weiterhin gewährleistet werden können. Diesen Herausforderungen will die Bioökonomie mit wissensbasierten Lösungsansätzen begegnen. Gentechnik wird als eine dieser Lösungen angeboten, nur wird sie als solche nicht in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen. Im Gegenteil, Probleme, die mit der Gentechnik im Zusammenhang stehen oder ihr zugeordnet werden, wie Monokulturen, Saatgutmonopole oder Resistenzen gegen Pestizide, führen zu einer starken Abwehrhaltung innerhalb der Bevölkerung aufgrund von Bedenken und großen Ängsten. Die Debatten um die Gentechnik selbst verlieren so immer mehr an Sachlichkeit und Vernunft.

Um die Risiken und Chancen der Gentechnik für Interessierte auf einer sachlichen Ebene zu beleuchtet und zu diskutieren, hat der WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) sowie der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt am 17. Juni 2016 zu einer Exkursion zum Thema Gentechnik nach Gatersleben eingeladen. Die Exkursion fand im Rahmen des Themenjahres Leibniz 2016 und somit unter dem Motto: „Die beste der möglichen Welten“ statt. Die zwanzig TeilnehmerInnen, aus unterschiedlichsten Berufs- und Altersgruppen, waren höchst interessiert und verfolgten jeden Programmpunkt der Exkursion aufmerksam. Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung des Instituts durch Frau Dr. Sabine Odparlik führte Frau Dr. Ulrike Lohwasser die Gruppe in die weltbekannte Pflanzengenbank. Hier werden 151.002 Muster aus 3.212 Arten und 776 Gattungen von Pflanzenmaterial bei -18 Grad Celsius gelagert, um die pflanzengenetischen Ressourcen zu erhalten und mit ihnen zu forschen. Im Anschluss erklärte Peter Schreiber auf den Feldern den Versuchs- und Reproduktionsanbau des IPK. Mit den zahlreichen Informationen und neuen Eindrücken im Gepäck und nach einer veganen Stärkung im Casino, der gastronomischen Einrichtung des Leibniz-Instituts, ging die Veranstaltung in den Diskussionsteil über. Zunächst erklärte Prof. Dr. Nicolaus von Wirén in einem Kurzvortrag die modernen Verfahren der Pflanzenzucht und ihre Chancen und dann sprach Christof Potthof, wissenschaftlicher Fachreferent des Gen-ethischen Netzwerkes (GeN), über genetische Veränderungen und ihre Risiken. In der anschließenden Diskussion ging es dann unter anderem um die Rolle der Pflanzengenetik bei der künftigen Ernährungs- und Energiesicherheit sowie um das Genome Editing Verfahren und die bisher immer noch strittige Frage, ob diese molekulare Technik der herkömmlichen Gentechnik zuzuordnen sei und wie gentechnisch veränderte Organismen gekennzeichnet werden sollten. Zum Abschluss der Exkursion ging es noch auf einen kurzen Abstecher in den Laborbereich, bevor die TeilnehmerInnen vor lauter Wissbegier beinahe die Zugabfahrt verpasst hätten.

Bildungsexkursionen dieser Art werden vom WCH folglich als ein sehr sinnvolles und erfolgreiches Mittel für den Transfer aus der Wissenschaft in die breite Öffentlichkeit angesehen. Weitere Exkursionen sind angedacht.

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Der Wert der Kulturpflanzenvielfalt

Als Gestalter seiner Umwelt greift der Mensch seit jeher tief in die Natur ein. Dies führt einerseits zu einem besorgniserregenden Verlust an Biodiversität von Arten, Populationen und Lebensräumen mit den bereits sichtbaren negativen Auswirkungen auf das menschliche Leben. Andererseits erschafft der Mensch durch sein gestalterisches Handeln an der Natur selbst neue biologische Vielfalt. Ein sichtbares Zeichen dafür ist die große Vielfalt an Nutzpflanzen, welche im Laufe von Jahrtausenden entstanden ist. Doch auch diese Vielfalt ist durch Veränderungen der züchterischen und landwirtschaftlichen Praxis gefährdet. In der öffentlichen Wahrnehmung ist dieser Verlust der Kulturpflanzen im Vergleich zur Vielfalt wilder Arten jedoch deutlich unterrepräsentiert.

Der WissenschaftsCampus Halle lud daher gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) am 26. April 2016 zur Informationsveranstaltung „Der Wert der Kulturpflanzenvielfalt – Gestern – Heute – Morgen“ ein. Über 120 Interessierte kamen an diesem Abend in das Landesmuseum und brachten die räumliche Kapazität des Vortragssaales fast an ihre Grenzen.

Zu Beginn der Veranstaltung wurden einige der zahlreichen Interessierten in kleinen Gruppen durch einen Abschnitt der Dauerausstellung des Museums geführt. Hier wurde sehr anschaulich die Geschichte des frühen Neolithikums und damit die Geschichte der ersten Bauern in der heutigen Region Sachsen-Anhalt dargestellt. Nach der Führung wurde mit verschiedenen Vorträgen der Frage nachgegangen, wie wichtig der Erhalt der Vielfalt von alten und neuen Kulturpflanzen in Genbanken für unsere Zukunft ist. Nach einer Begrüßung durch den Direktor des Landesmuseums für Vorgeschichte, Professor Dr. Hartmut Meller, und einer thematischen Einführung von Frau Dr. Sabine Odparlik vom IPK berichtete Frau Dr. Monika Hellmund vom Landesmuseum für Vorgeschichte über archäobotanische Funde von Getreide wie Emmer und Einkorn. Anhand dieser Funde lassen sich die Veränderungen im Kulturpflanzenspektrum in der Vorgeschichte nachvollziehen. Olaf Christen, Professor für Allgemeinen Pflanzenbau und Ökologischen Landbau an der Martin-Luther-Universität, legte im Anschluss sehr anschaulich die Gründe für den Rückgang der Biodiviersität von Kulturpflanzen in der Moderne dar. Professor Dr. Andreas Graner, der Geschäftsführende Direktor des IPK und Leiter der dortigen Abteilung Genbank, ging in seinem Vortrag auf die Zukunft der Vielfalt von Kulturpflanzen ein. Den Anwesenden wurde so die Funktion und Wichtigkeit einer Genbank für den Erhalt der Vielfalt deutlich gemacht, sodass man diese bewahrte Vielfalt nachfolgenden Generationen zur Verfügen stellen kann. Zum Ausklang konnten die TeilnehmerInnen bei Wein und Gerstenbrot die Gespräche vertiefen.

Durch die Veranstaltung wurde zudem die Zusammenarbeit des Landesmuseums mit der Universität Halle und dem IPK vertieft.

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