Herzlich Willkommen

Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung nach UNO-Schätzungen von heute knapp über 7 Milliarden auf deutlich über 9 Milliarden Menschen ansteigen. Und ein Ende des Bevölkerungswachstums scheint danach auch nicht in Sicht zu sein. Gleichzeitig werden die Erträge der weltweit zur Verfügung stehenden landwirtschaftliche Nutzflächen aufgrund des Klimawandels zurückgehen und fossile Energieträger werden in absehbarer Zeit erschöpft sein. Die Menschheit steht u.a. aus diesen Gründen vor einem Paradigmenwechsel im Umgang mit der Natur. Vorhandene biologische Ressourcen müssen durch innovative Verfahren nachhaltiger als bisher genutzt werden. Hier kann die Bioökonomie maßgeblich dazu beitragen, diesen Herausforderungen zu entsprechen. Die Grundlagen der Bioökonomie sind die biotechnologische Forschung und die daraus resultierenden Innovationen im Bereich der Agrarwirtschaft sowie aller produzierenden Sektoren und dazugehörigen Dienstleistungen, die biologische Ressourcen (Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen) entwickeln, produzieren, verarbeiten oder in irgendeiner Form nutzen (siehe Definition Bioökonomie).

Pflanzen stellen eine zentrale Säule der Bioökonomie dar, da sie die Grundlage allen Lebens sind und durch die Photosynthese die stoffliche Basis liefern, auf der unsere Gesellschaft aufgebaut ist. Schon heute sind wir nicht nur bei unserer Ernährung von Pflanzen abhängig, sondern auch in wesentlichen Bereichen, wie z.B. der Pharma- und Kosmetikindustrie.

Die pflanzenbasierte Bioökonomie ist eine der Schlüsselindustrien des 21. Jahrhunderts, um die zukünftige Bereitstellung von Nahrungs- und Futtermitteln sowie nachwachsenden Rohstoffen nachhaltig zu sichern und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu überwinden. Der WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) vereint weltweit führende Experten auf dem Gebiet der Pflanzen-, Agrar-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, um diesen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen.

 

 

Neuigkeiten

Dr. Christian Patermann

Dr. Christian Patermann eröffnet 6. International Bioeconomy Conference in Halle

Am 10. und 11. Mai 2017 findet in der Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Halle an der Saale, die 6. International Bioeconomy Conference statt.Neben zahlreichen renommierten Wissenschaftlern sowie namhaften Unternehmern und Markeninhabern aus Deutschland und Europa wird ein ganz besonderer Gast erwartet: Der Vorreiter der Europäischen Bioökonomie und ehemalige Direktor der Europäischen Kommission, Dr. Christian Patermann.
 
Die Konferenz, die seit 2012 jährlich vom WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) und dem Spitzencluster BioEconomy veranstaltet wird, zählt zu den renommiertesten Veranstaltungen der Bioökonomie im Land und versammelt jedes Jahr wichtige wissenschaftliche und wirtschaftliche Akteure der Bioökonomie in Halle an der Saale.
„Wir freuen uns ganz besonders, in diesem Jahr Herrn Dr. Patermann für unsere Konferenz gewonnen zu haben.“, berichtet Horst Mosler, Geschäftsführer der BCM BioEconomy Cluster Management GmbH und erklärt: „Patermann gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter der Bioökonomie in Europa. Mit seinem langjährigen Engagement im Bereich nachhaltige Landnutzung und Sicherung der Lebensmittelversorgung hat er die europäische Forschung zur Bioökonomie intensiv vorangetrieben und in seinen früheren Funktionen als Direktor der Europäischen Kommission und Mitglied des Bioökonomierates das politische und gesellschaftliche Interesse an der Bioökonomie maßgeblich gefördert.“
 
„Circular Bioeconomy“ – Von Aromen bis Pflanzenöle
 
Patermann, der nach seiner Pensionierung im Jahr 2007 auch heute noch als wichtiger und gefragter Berater in Fragen der Bioökonomie für Institutionen und Behörden tätig ist, wird die 6. International Bioeconomy Conference am 10. Mai ab 15 Uhr zusammen mit Prof. Dr. Jörg Hacker, Präsident der Leopoldina, Prof. Dr. Ludger Wessjohann vom WissenschaftsCampus Halle und Prof. Dr. Matthias Zscheile vom Spitzencluster BioEconomy eröffnen.
Unter dem Motto „Circular Bioeconomy“ erwartet Teilnehmer im Anschluss ein zweitägiges Veranstaltungsprogramm mit interessanten Vorträgen aus den Themenbereichen (1) Aromen, Duftstoffe und Nahrungsergänzungsmittel, (2) Getreide, (3) Holz und (4) pflanzenbasierte Öle.

Fruchtbarer Dialog zwischen Wirtschaft und Forschung

Mit der Konferenzreihe verfolgen die Initiatoren unter anderem das Ziel, Wirtschaft und Wissenschaft erfolgreich zusammenzubringen und sprechen mit der Auswahl der Referenten deshalb auch explizit kleinere und mittelständische Unternehmen an. So wird beispielsweise Prof. Dr. Frederic Bourgaud von der französischen Universität Lorraine am 10. Mai den Teilnehmern neue Technologien zur Gewinnung natürlicher Rohstoffe aus Pflanzen näherbringen. Neben seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit im Bereich Pflanzenbiotechnologie gründete Bourgaud 2005 die Firma Plant Advanced Technology (PAT), die natürliche Wirkstoffforschungsprogramme und innovative Technologien zur Herstellung pflanzenbasierter Wirkstoffe für den Einsatz in Pharmazie, Kosmetik und Agrochemie entwickelt. „Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile 65 Mitarbeiter und ist ein Paradebeispiel, wie wissenschaftliche Ergebnisse effektiv für die Wirtschaft nutzbar gemacht werden können.“, meint Prof. Dr. Klaus Pillen vom WissenschaftsCampus Halle und führt weiter aus: „Wir möchten deshalb mittelständische Unternehmen herzlich willkommen heißen, vom Erfahrungsschatz erfolgreicher Akteure der Bioökonomie, wie Herrn Prof. Dr. Bourgaud zu profitieren und sich vor Ort über Kooperations- und Fördermöglichkeiten im Bereich der Bioökonomie zu informieren. Die Konferenz bietet eine perfekte Plattform, um wichtige Kontakte zur Wissenschaft zu knüpfen und das Potential eigener Produktionsstätten, Anwendungen und Lösungen zu erörtern.“

Weitere Informationen finden Sie unter www.bioeconomy-conference.de

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Matthias Kleiner (7. von rechts), der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, bei seinem Besuch beim WissenschaftsCampus Halle (Foto: Maike Glöckner)

Leibniz-Präsident besucht WissenschaftsCampus Halle

Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Matthias Kleiner, hat heute den Leibniz-WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) besucht und sich über die Arbeit des regionalen Netzwerks zum nachhaltigen, auf nachwachsenden Rohstoffen basierenden Wirtschaften informiert. Gemeinsam mit Udo Sträter, Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), den Sprechern des WCH, Klaus Pillen von der MLU und Ludger Wessjohann vom Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) sowie weiteren Leitern der elf WCH-Mitgliedsinstitutionen diskutierte er die bisherige Zusammenarbeit zwischen den außeruniversitären und universitären Einrichtungen unter dem Dach des WissenschaftsCampus Halle. Ziel der Zusammenkunft am Leibniz-Institut IPB war es, noch bessere Möglichkeiten für die Kooperation zu entwickeln. Mit dem WCH besuchte Matthias Kleiner erstmalig einen Leibniz-WissenschaftsCampus.

 „Der Leibniz-WissenschaftsCampus Halle ist eine regionale, vernetzte Forschungskooperation, die eine globale Herausforderung adressiert. Die Pflanzenbasierte Bioökonomie bietet Potenziale, um auch angesichts der wachsenden Weltbevölkerung und des Klimawandels unseren Bedarf an Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen zu decken. Mit dem interdisziplinären WissenschaftsCampus Halle ist es der Leibniz-Gemeinschaft und der Martin-Luther-Universität gelungen, die Region auf diesem zukunftsweisenden Gebiet international zu profilieren. Mich fasziniert immer wieder aufs Neue, wie die Forschung und die Ideen unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ganz konkreten Nutzen haben können“, so Matthias Kleiner am Freitag.

Besonderen Wert legte er auf die Nachwuchsförderung. Er nahm sich die Zeit, mit einigen Nachwuchswissenschaftlern des WCH zu diskutieren und sich auszutauschen. Am Nachmittag empfing er gemeinsam mit dem WCH darüber hinaus Vertreter des französischen Instituts für Agrarwissenschaften (INRA) und stellte mit dessen Vize-Präsident Jean-François Soussana einen wichtigen und internationalen Kontakt für den weiteren Erfolg der Arbeit des WCH her.

Das Modell „Leibniz-WissenschaftsCampus“ ist die Antwort der Leibniz-Gemeinschaft auf das oft bemängelte Nebeneinander von universitärer und außeruniversitärer Forschung im deutschen Forschungssystem. Leibniz-WissenschaftsCampi ermöglichen Leibniz-Einrichtungen und Hochschulen eine thematisch fokussierte Zusammenarbeit im Sinne einer gleichberechtigten, komplementären, transdisziplinären, regionalen Partnerschaft unter zusätzlicher Einbindung anderer Institutionen und der Wirtschaft. Ziel ist es, nationale und europäische Netzwerke zu schaffen, um den jeweiligen Forschungsbereich weiterzuentwickeln und das wissenschaftliche Umfeld für diese Thematik und den jeweiligen, regionalen Standort zu stärken. Zurzeit gibt es deutschlandweit 19 WissenschaftsCampi. Der WCH ist mit seinen elf Mitgliedern der größte.

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Vernetzung der Teilnehmer beim Bioökonomie MatchMaking des WissenschaftsCampus Halle (Foto: Nadja Sonntag)
Vernetzung der Teilnehmer beim Bioökonomie MatchMaking des WissenschaftsCampus Halle (Foto: Nadja Sonntag)

Vom Molekül zum Markt: WissenschaftsCampus Halle verbindet Wissenschaft und Wirtschaft

Am 7. März veranstaltete der WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) erstmalig ein Bioökonomie MatchMaking für kleine und mittelständische Unternehmen und Wissenschaftler. Mit der Veranstaltung sollten Industrie und Forschung auf dem Gebiet der Bioökonomie überregional vernetzt und Kooperationen untereinander auf den Weg gebracht werden. Unter dem Motto „Vom Molekül zum Markt“ präsentierten sich insgesamt 27 Wissenschaftler und Unternehmen in kurzen Impulsvorträgen.

 

„Der Erfolg der Veranstaltung zeigt wie groß das Interesse an Vernetzung in dem Bereich der Bioökonomie ist, um die Forschung und Entwicklung von marktfähigen Produkten voranzutreiben“, so Prof. Dr. Klaus Pillen, Sprecher des WCH. Neben interessanten Präsentationen aus den Bereichen Pflanzenzüchtung, Pflanzenbau, -schutz, Chemie und Strukturentwicklung oder biotechnologische Verfahren wurden den teilnehmenden Firmen und wissenschaftlichen Vertretern im Löwengebäude der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg darüber hinaus eine besondere Förderungsberatung zu Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung von Verbundprojekten und innovativen Ideen angeboten. Prof. Dr. Ludger Wessjohann, ebenfalls Sprecher vom WissenschaftsCampus Halle, bekräftigte noch einen weiteren Vorteil der Veranstaltung: „Beim MatchMaking geht es nicht nur um die Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft im Bereich der Forschung und Entwicklung, sondern auch um den unmittelbaren Zugang zu interdisziplinär ausgebildeten Fachkräften. Wer mitmacht, hat die erste Wahl“. Die Veranstaltung des WCH konnte von den Preisgeldern des Hugo-Junkers-Preises für Forschung und Innovation finanziert werden, den der WissenschaftsCampus 2015 gewonnen hatte.

Die nächsten Möglichkeiten zum MatchMaking in der Bioökonomie vom WCH wird es am 10. und 11. Mai 2017 bei der 6. International Bioeconomy Conference in der Leopoldina Halle geben. Die Konferenz zählt zu den wichtigsten Veranstaltungen der Bioökonomie in Deutschland und versammelt jährlich herausragende wissenschaftliche Vertreter, Entscheidungsträger, Markeninhaber sowie Unternehmen aus Deutschland und Europa. Das diesjährige Partnerland der Konferenz ist Frankreich.

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Gefördert durch

Hugo Junckers Preis Signet

Links

Nationale Forschungsstrategie Bioökonomie

Spitzencluster BioEconomy

BioÖkonomieRat

European Commission: Website zum Thema Bioökonomie

The International Consortium on Applied Bioeconomy Research

Wissenschaft in Halle

Hochschulkooperationen der Leibniz Gemeinschaft

Film: Bioökonomie im Alltag

 

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