Herzlich Willkommen

Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung nach UNO-Schätzungen von heute knapp über 7 Milliarden auf deutlich über 9 Milliarden Menschen ansteigen. Und ein Ende des Bevölkerungswachstums scheint danach auch nicht in Sicht zu sein. Gleichzeitig werden die Erträge der weltweit zur Verfügung stehenden landwirtschaftliche Nutzflächen aufgrund des Klimawandels zurückgehen und fossile Energieträger werden in absehbarer Zeit erschöpft sein. Die Menschheit steht u.a. aus diesen Gründen vor einem Paradigmenwechsel im Umgang mit der Natur. Vorhandene biologische Ressourcen müssen durch innovative Verfahren nachhaltiger als bisher genutzt werden. Hier kann die Bioökonomie maßgeblich dazu beitragen, diesen Herausforderungen zu entsprechen. Die Grundlagen der Bioökonomie sind die biotechnologische Forschung und die daraus resultierenden Innovationen im Bereich der Agrarwirtschaft sowie aller produzierenden Sektoren und dazugehörigen Dienstleistungen, die biologische Ressourcen (Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen) entwickeln, produzieren, verarbeiten oder in irgendeiner Form nutzen (siehe Definition Bioökonomie).

Pflanzen stellen eine zentrale Säule der Bioökonomie dar, da sie die Grundlage allen Lebens sind und durch die Photosynthese die stoffliche Basis liefern, auf der unsere Gesellschaft aufgebaut ist. Schon heute sind wir nicht nur bei unserer Ernährung von Pflanzen abhängig, sondern auch in wesentlichen Bereichen, wie z.B. der Pharma- und Kosmetikindustrie.

Die pflanzenbasierte Bioökonomie ist eine der Schlüsselindustrien des 21. Jahrhunderts, um die zukünftige Bereitstellung von Nahrungs- und Futtermitteln sowie nachwachsenden Rohstoffen nachhaltig zu sichern und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu überwinden. Der WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) vereint weltweit führende Experten auf dem Gebiet der Pflanzen-, Agrar-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, um diesen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen.

 

 

Neuigkeiten

Unternehmerfrühstück am 29. Setember 2017 (Foto: Nadja Sonntag)

Unternehmerfrühstück: Prozesskette von natürlichen Ressourcen bis zu high-value Produkten

Am 29. September 2017 hat der WissenschaftsCampus Halle gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) erstmals zum produktiven Frühstück für Unternehmen aus der Chemiebranche eingeladen. Im Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) wurden den 20 TeilnehmerInnen am Morgen effiziente und nachhaltige Technologien vorgestellt und die Chance zur Vernetzung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft geboten. Die Veranstaltung fand im Rahmen der European Biotech Week statt.

„Wir bieten den regionalen Unternehmen die Möglichkeit, sich in ungezwungenem Rahmen über die Stärken der Wissenschaftslandschaft im Süden Sachsen-Anhalts zu erkunden. Sie können Kontakte für gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte und Förderungen knüpfen und Partner zur Lösung ihre kundengetriebenen Herausforderungen finden“, so Prof. Dr. Ludger Wessjohann, Sprecher des WissenschaftsCampus Halle. In seinem Vortrag erläuterte er den Anwesenden zudem Beispiele von Pflanzen und Pilzen, die als Ideengeber für neue Produkte oder Prozesse fungieren und von Unternehmen bereits erfolgsbringend umgesetzt werden.

Darüber hinaus präsentierte Andreas Krombholz vom Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen (IMWS) und vom Leistungszentrum Chemie und Biosystemtechnik seinen Ansatz für die pflanzenbasierte Bioökonomie im Bereich der Schaum- und Dämmstoffe. Dr. Heike Sträuber vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erläuterte ihre Forschung rund um Vergärungsprozesse ohne Sauerstoff für die Bioraffinerien der Zukunft, an der sie bereits durch die Unterstützung von zwei Industriepartnern intensiv arbeitet. Im Anschluss an die sehr angeregten Gespräche unter den TeilnehmerInnen wurden die Eindrücke und Vernetzungen bei einer Führung von IPB-Pressereferentin Sylvia Pieplow durch die Phytokammern und Gewächshäuser des IPB vertieft.

Grüne Produkte werden immer häufiger am Markt nachgefragt. Im Land Sachsen-Anhalt liegen gute Bedingungen vor, die Anzahl der grünen Betriebsgründungen zu steigern. Das A und O für die Transformation zu einer biobasierten und nachhaltigen Industrie ist die enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft, die mit Veranstaltungen dieser Art vorangetrieben wird. Ein weiteres Unternehmerfrühstück mit der IHK ist nach dem ersten Erfolg vorgesehen.

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Im Gleichgewicht fürs Leben: Proteinexperten treffen sich in Halle

Vom 11. bis 13. September 2017 diskutieren Wissenschaftler aus aller Welt am Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) in Halle (Saale) über das Schicksal von Proteinen. Die Tagung N-term 2017 – Proteostasis via the N-terminus lockt etwa 100 Spezialisten aus Tier- und Pflanzenwissenschaften, Medizin und Biotechnologie in die Saalestadt. Trotz dieser unterschiedlichen Fachgebiete vereint die Experten ein umfassendes Themengebiet: die Proteinhomöostase oder Proteostase.

Darunter versteht man die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts zwischen Proteinen, die als Enzyme alle physiologischen Prozesse wie Atmung, Verdauung, Entwicklung und Immunabwehr aller Lebewesen steuern. Um das korrekte Zusammenspiel aller Proteine zu gewährleisten, müssen die Enzyme stets zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und mit der richtigen Aktivität wirken. Proteine unterliegen daher einem ständigen Auf- und Abbau. Sie werden nach Bedarf produziert und nach Erfüllung ihrer Funktion inaktiviert und abgebaut. Auch fehlgefaltete, beschädigte, nichtfunktionierende Proteine werden von der Zelle erkannt und entsorgt. Die Information über seine natürliche Halbwertszeit liefert jedes Protein gleich mit. Sie befindet sich am Amino-Ende, dem sogenannten N Ende des Proteins. Die N-terminalen Aminosäuren bestimmen Schicksal und Lebensdauer des gesamten Proteins. Eine Fehlfunktion in diesem feinregulierten Gleichgewicht ist die Ursache für viele schwerwiegende Krankheiten von Pflanze, Tier und Mensch. Unter dem Dach der Proteostase wird man auf der N-Term 2017 über neurodegenerative Krankheiten und neue Therapien gegen Leberzellkarzinom ebenso diskutieren, wie über pflanzliche Stressreaktionen bei Sauerstoffmangel oder Krankheitsbefall. Aus dieser Mischung aufeinandertreffender Expertisen werden in jedem Fall neue Sichtweisen und Lösungsansätze erwachsen. Das Zusammentreffen der Experten wird maßgeblich von der Nachwuchsforschergruppe des WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) organisiert.

Weiterführende Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter: nterm2017.org .

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WCH-Forschung

WCH-Projektausschreibung

Am WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie werden zum 30. November 2017 bis zu 6 Verbundprojekte zum Themenkomplex Pflanzenbasierte Bioökonomie ausgeschrieben.

Der WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) wird getragen von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und den vier lokalen Leibniz-Instituten sowie von sieben weiteren außeruniversitären Forschungs- und Lehreinrichtungen der Region Halle. Unter pflanzenbasierter Bioökonomie versteht man die Erzeugung und Verwertung pflanzlicher Produkte für die Ernährung und für eine nachhaltige Industrieproduktion inklusive einer Betrachtung der sozioökonomischen Konsequenzen. Die Ziele des WCH sind die Intensivierung der interdisziplinären Zusammenarbeit der regionalen Partner auf den Gebieten der Forschung zur pflanzenbasierten Bioökonomie, der Förderung der Hochschulausbildung in der Region Halle und der Unterstützung des Wissens- und Technologietransfers in Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit.

In den anwendungsorientierten Verbundprojekten sollen Partner von jeweils mindestens zwei Mitgliedern des WCH aus Sachsen-Anhalt kooperieren und Wirtschaftspartner eingebunden werden. Mindestens ein/e ProjektleiterIn muss für die Projektdauer bei einem Mitglied des WissenschaftsCampus mit eigener Projektverantwortung angestellt sein. Im Rahmen der Verbundprojekte sollen am WissenschaftsCampus Halle innovative Forschungsprojekte zu aktuellen Forschungsthemen der pflanzenbasierten Bioökonomie durchgeführt und ein Beitrag zur disziplinübergreifenden Vernetzung der WCH-Einrichtungen geleistet werden. Verbundprojekte können zu den drei Forschungssäulen Pflanzliche Produktion, Verarbeitung/Konversion und Sozioökonomie eingereicht werden. Disziplinübergreifende Vernetzungen zwischen den Forschungssäulen werden besonders berücksichtigt.

Wichtige Kriterien für die Begutachtung sind:

  • Interdisziplinäre Forschung,
  • Innovativer Forschungsplan mit Anwendungspotential,
  • Relevanz für die wirtschaftliche Verwertung,
  • Einbindung von Wirtschaftspartnern (Darstellung der Beteiligung des Wirtschaftspartners, bei 100% Eigenfinanzierung der Wirtschaftspartners),
  • Wissenschaftliche Exzellenz der Antragsteller,
  • Perspektiven für eine weitere externe Förderung.

Die Verbundprojekte werden maximal drei Jahre vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2021 gefördert. Eine (kostenneutrale) Verlängerung ist nach derzeitigem Stand nicht möglich. Insgesamt stehen Fördermittel aus Landes- und EFRE-Mitteln in Höhe von ca. 1,3 Millionen Euro zur Verfügung, die auf bis zu 6 Forschungsprojekte verteilt werden sollen. Das Direktorium behält sich vor, die beantragten Projektmittel den verfügbaren Mitteln und der Begutachtung entsprechend anzupassen.

Die Verbundanträge werden an externe GutachterInnen versandt. Sie sollen in Anlehnung an einen DFG-Forschungsantrag formuliert werden. Bitte nutzen Sie für Ihren englischsprachigen Projektantrag ausschließlich die beigefügte Maske. Eine deutsche Zusammenfassung von maximal 3.000 Zeichen (inklusiv Leerzeichen) soll zusätzlich eingereicht werden; sie wird der Bewilligungsbehörde Investitionsbank Sachsen-Anhalt weitergeleitet.

Den Projektantrag richten Sie bitte in Form einer pdf-Datei bis zum 30. November 2017 per E-Mail an die Koordinatorin des WissenschaftsCampus Halle, Frau Dr. Anne-Laure Tissier (anne-laure.tissier@sciencecampus-halle.de), die Ihnen auch als Ansprechpartnerin für Rückfragen zur Verfügung steht.

 

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Gefördert durch

Hugo Junckers Preis Signet

Links

Nationale Forschungsstrategie Bioökonomie

Spitzencluster BioEconomy

BioÖkonomieRat

European Commission: Website zum Thema Bioökonomie

The International Consortium on Applied Bioeconomy Research

Wissenschaft in Halle

Hochschulkooperationen der Leibniz Gemeinschaft

Film: Bioökonomie im Alltag

 

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