Herzlich Willkommen

Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung nach UNO-Schätzungen von heute knapp über 7 Milliarden auf deutlich über 9 Milliarden Menschen ansteigen. Und ein Ende des Bevölkerungswachstums scheint danach auch nicht in Sicht zu sein. Gleichzeitig werden die Erträge der weltweit zur Verfügung stehenden landwirtschaftliche Nutzflächen aufgrund des Klimawandels zurückgehen und fossile Energieträger werden in absehbarer Zeit erschöpft sein. Die Menschheit steht u.a. aus diesen Gründen vor einem Paradigmenwechsel im Umgang mit der Natur. Vorhandene biologische Ressourcen müssen durch innovative Verfahren nachhaltiger als bisher genutzt werden. Hier kann die Bioökonomie maßgeblich dazu beitragen, diesen Herausforderungen zu entsprechen. Die Grundlagen der Bioökonomie sind die biotechnologische Forschung und die daraus resultierenden Innovationen im Bereich der Agrarwirtschaft sowie aller produzierenden Sektoren und dazugehörigen Dienstleistungen, die biologische Ressourcen (Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen) entwickeln, produzieren, verarbeiten oder in irgendeiner Form nutzen (siehe Definition Bioökonomie).

Pflanzen stellen eine zentrale Säule der Bioökonomie dar, da sie die Grundlage allen Lebens sind und durch die Photosynthese die stoffliche Basis liefern, auf der unsere Gesellschaft aufgebaut ist. Schon heute sind wir nicht nur bei unserer Ernährung von Pflanzen abhängig, sondern auch in wesentlichen Bereichen, wie z.B. der Pharma- und Kosmetikindustrie.

Die pflanzenbasierte Bioökonomie ist eine der Schlüsselindustrien des 21. Jahrhunderts, um die zukünftige Bereitstellung von Nahrungs- und Futtermitteln sowie nachwachsenden Rohstoffen nachhaltig zu sichern und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu überwinden. Der WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) vereint weltweit führende Experten auf dem Gebiet der Pflanzen-, Agrar-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, um diesen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen.

 

 

Neuigkeiten

Matthias Kleiner (7. von rechts), der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, bei seinem Besuch beim WissenschaftsCampus Halle (Foto: Maike Glöckner)

Leibniz-Präsident besucht WissenschaftsCampus Halle

Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Matthias Kleiner, hat heute den Leibniz-WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) besucht und sich über die Arbeit des regionalen Netzwerks zum nachhaltigen, auf nachwachsenden Rohstoffen basierenden Wirtschaften informiert. Gemeinsam mit Udo Sträter, Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), den Sprechern des WCH, Klaus Pillen von der MLU und Ludger Wessjohann vom Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) sowie weiteren Leitern der elf WCH-Mitgliedsinstitutionen diskutierte er die bisherige Zusammenarbeit zwischen den außeruniversitären und universitären Einrichtungen unter dem Dach des WissenschaftsCampus Halle. Ziel der Zusammenkunft am Leibniz-Institut IPB war es, noch bessere Möglichkeiten für die Kooperation zu entwickeln. Mit dem WCH besuchte Matthias Kleiner erstmalig einen Leibniz-WissenschaftsCampus.

 „Der Leibniz-WissenschaftsCampus Halle ist eine regionale, vernetzte Forschungskooperation, die eine globale Herausforderung adressiert. Die Pflanzenbasierte Bioökonomie bietet Potenziale, um auch angesichts der wachsenden Weltbevölkerung und des Klimawandels unseren Bedarf an Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen zu decken. Mit dem interdisziplinären WissenschaftsCampus Halle ist es der Leibniz-Gemeinschaft und der Martin-Luther-Universität gelungen, die Region auf diesem zukunftsweisenden Gebiet international zu profilieren. Mich fasziniert immer wieder aufs Neue, wie die Forschung und die Ideen unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ganz konkreten Nutzen haben können“, so Matthias Kleiner am Freitag.

Besonderen Wert legte er auf die Nachwuchsförderung. Er nahm sich die Zeit, mit einigen Nachwuchswissenschaftlern des WCH zu diskutieren und sich auszutauschen. Am Nachmittag empfing er gemeinsam mit dem WCH darüber hinaus Vertreter des französischen Instituts für Agrarwissenschaften (INRA) und stellte mit dessen Vize-Präsident Jean-François Soussana einen wichtigen und internationalen Kontakt für den weiteren Erfolg der Arbeit des WCH her.

Das Modell „Leibniz-WissenschaftsCampus“ ist die Antwort der Leibniz-Gemeinschaft auf das oft bemängelte Nebeneinander von universitärer und außeruniversitärer Forschung im deutschen Forschungssystem. Leibniz-WissenschaftsCampi ermöglichen Leibniz-Einrichtungen und Hochschulen eine thematisch fokussierte Zusammenarbeit im Sinne einer gleichberechtigten, komplementären, transdisziplinären, regionalen Partnerschaft unter zusätzlicher Einbindung anderer Institutionen und der Wirtschaft. Ziel ist es, nationale und europäische Netzwerke zu schaffen, um den jeweiligen Forschungsbereich weiterzuentwickeln und das wissenschaftliche Umfeld für diese Thematik und den jeweiligen, regionalen Standort zu stärken. Zurzeit gibt es deutschlandweit 19 WissenschaftsCampi. Der WCH ist mit seinen elf Mitgliedern der größte.

Weiterlesen …

Vernetzung der Teilnehmer beim Bioökonomie MatchMaking des WissenschaftsCampus Halle (Foto: Nadja Sonntag)
Vernetzung der Teilnehmer beim Bioökonomie MatchMaking des WissenschaftsCampus Halle (Foto: Nadja Sonntag)

Vom Molekül zum Markt: WissenschaftsCampus Halle verbindet Wissenschaft und Wirtschaft

Am 7. März veranstaltete der WissenschaftsCampus Halle – Pflanzenbasierte Bioökonomie (WCH) erstmalig ein Bioökonomie MatchMaking für kleine und mittelständische Unternehmen und Wissenschaftler. Mit der Veranstaltung sollten Industrie und Forschung auf dem Gebiet der Bioökonomie überregional vernetzt und Kooperationen untereinander auf den Weg gebracht werden. Unter dem Motto „Vom Molekül zum Markt“ präsentierten sich insgesamt 27 Wissenschaftler und Unternehmen in kurzen Impulsvorträgen.

 

„Der Erfolg der Veranstaltung zeigt wie groß das Interesse an Vernetzung in dem Bereich der Bioökonomie ist, um die Forschung und Entwicklung von marktfähigen Produkten voranzutreiben“, so Prof. Dr. Klaus Pillen, Sprecher des WCH. Neben interessanten Präsentationen aus den Bereichen Pflanzenzüchtung, Pflanzenbau, -schutz, Chemie und Strukturentwicklung oder biotechnologische Verfahren wurden den teilnehmenden Firmen und wissenschaftlichen Vertretern im Löwengebäude der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg darüber hinaus eine besondere Förderungsberatung zu Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung von Verbundprojekten und innovativen Ideen angeboten. Prof. Dr. Ludger Wessjohann, ebenfalls Sprecher vom WissenschaftsCampus Halle, bekräftigte noch einen weiteren Vorteil der Veranstaltung: „Beim MatchMaking geht es nicht nur um die Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft im Bereich der Forschung und Entwicklung, sondern auch um den unmittelbaren Zugang zu interdisziplinär ausgebildeten Fachkräften. Wer mitmacht, hat die erste Wahl“. Die Veranstaltung des WCH konnte von den Preisgeldern des Hugo-Junkers-Preises für Forschung und Innovation finanziert werden, den der WissenschaftsCampus 2015 gewonnen hatte.

Die nächsten Möglichkeiten zum MatchMaking in der Bioökonomie vom WCH wird es am 10. und 11. Mai 2017 bei der 6. International Bioeconomy Conference in der Leopoldina Halle geben. Die Konferenz zählt zu den wichtigsten Veranstaltungen der Bioökonomie in Deutschland und versammelt jährlich herausragende wissenschaftliche Vertreter, Entscheidungsträger, Markeninhaber sowie Unternehmen aus Deutschland und Europa. Das diesjährige Partnerland der Konferenz ist Frankreich.

Weiterlesen …

Prof. Dr. Christine Lang, Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens, Prof. Dr. Joachim von Braun © BMEL

Bioökonomierat übergibt Forschungsempfehlungen an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Die Vorsitzenden des Bioökonomierates haben am 23. Februar die neuen Ratsempfehlungen zur Weiterentwicklung der "Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030" an Dr. Hermann Onko Aeikens, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), überreicht und erörtert.

„Deutschland zählt in der Bioökonomie sowie bei der Förderung einer biobasierten Hightech-Industrie zu den Pionieren. Diese Position lässt sich in Zukunft noch stärken, wenn Digitalisierung und Bioökonomie gemeinsam gedacht und verbunden werden“, heißt es in den Ratsempfehlungen. Das Beratungsgremium der Bundesregierung fordert zudem ein umfassenderes Begriffsverständnis der Bioökonomie. Demnach sollte die Forschungsstrategie für eine biobasierte Wirtschaft das gesamte Spektrum biologischer Ressourcen erfassen und mit den Schlüsseltechnologien der Lebenswissenschaften verknüpfen.

Gegenüber dem BMEL betonten die Vorsitzenden Prof. Christine Lang und Prof. Joachim von Braun die große Bedeutung des Ernährungs- und Agrarsektors für die Bioökonomie. Innovationen seien nicht nur zur Sicherung der Welternährung notwendig, sondern werden auch für Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz immer wichtiger, heißt es dazu in den Empfehlungen. Methoden zur Bewertung und Analyse der nachhaltigen Ressourcennutzung müssten dafür weiterentwickelt werden. Wichtige Forschungsfelder für den Agrarsektor seien zudem die Präzisionslandwirtschaft, moderne Züchtungsforschung, innovative biologische Pflanzenschutzsysteme sowie die Bodenforschung. „Die besorgniserregende Degradation fruchtbarer Böden in Kombination mit dem fortschreitenden Klimawandel erfordert einen raschen Ausbau der Forschungsanstrengungen“, sagte von Braun.

Lang unterstrich die Bedeutung von Nahrungsmittelinnovationen für Gesundheit, Ernährungssicherung und Umweltschutz: „Auch in Deutschland müssen wir uns damit auseinandersetzen, wie eine wachsende Weltbevölkerung mit hochwertigen Proteinen versorgt werden kann, oder wie eine nachhaltige Tierhaltung mit gesunden Futtermitteln aussehen wird.“ Von Braun verwies auch auf die Bedeutung der Forschung auf der Nachfrageseite der Bioökonomie, so empfiehlt der Rat Forschung zu langfristig effizienten Anreizen für einen biobasierten Konsum.

Download Ratsempfehlungen

Weiterlesen …

Gefördert durch

Hugo Junckers Preis Signet

Links

Nationale Forschungsstrategie Bioökonomie

Spitzencluster BioEconomy

BioÖkonomieRat

European Commission: Website zum Thema Bioökonomie

The International Consortium on Applied Bioeconomy Research

Wissenschaft in Halle

Hochschulkooperationen der Leibniz Gemeinschaft

Film: Bioökonomie im Alltag

 

Gründungsmitglieder Assoziierte Mitglieder
WCH-Gruendungsmitglieder WCH-Assoziierte Mitglieder